
Interview mit Silke Rottenberg und Sandra Minnert, Fußballweltmeisterinnen 2003. Am Sonntag, den 23. Mai 2004, auf der Jugendmesse YOU 2004 in Essen, am Messestand der BZgA.
Frage: Für welchen Verein spielt Ihr? Auf welcher Position?
Silke Rottenberg: Ich bin Torfrau und spiele seit letztem Jahr für den FCR 2001 Duisburg.
Sandra Minnert: Ich bin Abwehrspielerin und spiele seit dem Jahr 2000 für den 1. FFC Frankfurt. Unsere beiden Mannschaften spielen in der Frauenfußball Bundesliga.
Frage: Was hat sich nach dem Gewinn der Frauenfußball-Weltmeisterschaft im letzten Jahr in den USA für Euch verändert?
Silke Rottenberg: Die Aufmerksamkeit für den Frauenfußball in Deutschland ist enorm gestiegen. Jetzt kommen viel mehr Zuschauerinnen und Zuschauer zu unseren Spielen, auch zu den Bundesliga Spielen, nicht nur zu den Spielen der Nationalmannschaft.
Sandra Minnert: Stimmt! Frauenfußball wird jetzt ernst genommen. Eine schöne Veränderung ist auch, dass sich jetzt viel mehr Mädchen bei den Vereinen melden. Die Zahl der Mädchen-Teams wächst!
Silke Rottenberg: Durch den Gewinn der WM ist natürlich auch unser Bekanntheitsgrad gestiegen. Manchmal ist dieser Trubel ganz schön anstrengend, aber es macht auch sehr viel Spaß und es ist Toll für den Frauenfußball.
Frage: Ihr seid heute hier durch die BZgA 'rauchfrei'-Kampagne eingeladen. Mit der Kampagne will die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die Vorteile des Nichtrauchens deutlich machen. Habt Ihr mal geraucht?
Sandra Minnert: Ich hab' mal als Jugendliche an einer Zigarette gezogen. Hat mir aber überhaupt nicht geschmeckt! Ich habe einen fürchterlichen Hustenanfall bekommen und mir ist schlecht geworden - da hab' ich's gleich wieder sein gelassen.
Silke Rottenberg: Mir ging's ähnlich. Ich hab auch als Jugendliche mal eine Zigarette ausprobiert, dann aber nicht weitergeraucht, weil ich den Geschmack total übel fand.
Frage: Warum kommt Rauchen für Euch bis heute nicht in Betracht?
Silke Rottenberg: Rauchen ist total leistungsmindernd. Als Raucherin könnte ich gar nicht die Leistung in der Mannschaft bringen. Ich bin sowieso gegen jede Art von Drogengebrauch. Damit macht man sich seine Gesundheit kaputt. Als Sportlerin kenne ich meinen Körper sehr gut und ich würde nichts zu mir nehmen, was mich krank macht oder meinen Körper vergiftet - und das ist bei Zigaretten ja der Fall! Beim Rauchen sammeln sich hochgiftige Substanzen wie Teer in der Lunge an. Nikotin ist auch so ein Gift und macht noch dazu abhängig - nein danke!
Sandra Minnert: Ja, und mit Teer in der Lunge und Kohlenmonoxid im Blut kannst Du keine sportlichen Leistungen bringen. Da bist Du sofort außer Puste, schnappst nach Luft und fühlst Dich schlecht.
Frage: Gilt das nur für Leistungssportlerinnen und Leistungssportler?
Sandra Minnert: Nein, das gilt natürlich auch im täglichen Leben. Egal, ob man Treppen steigt, mit dem Fahrrad unterwegs ist oder, wie jetzt im Sommer, zum Schwimmen geht. Nichtrauchen heißt: Man fühlt sich einfach besser.
Silke Rottenberg: Klar, wer nicht raucht, ist fitter und aktiver.
Frage: Welchen Tipp würdet Ihr Jugendlichen im Hinblick auf das Rauchen geben?
Silke Rottenberg: Am Besten gar nicht erst anfangen mit dem Rauchen! Man ist nicht cool, wenn man raucht, auch wenn das viele Jugendliche glauben. Ich finde es sehr schade, wenn Jugendliche meinen, sie könnten nur zu einer Clique gehören, wenn sie rauchen. Besser ist es doch, für sich selbst zu entscheiden und dazu zu stehen, wenn man nicht rauchen möchte. Cool finde ich es, wenn sich Freunde zusammentun und sich gegenseitig dabei unterstützen, NICHT zu rauchen oder denen helfen, die mit dem Rauchen aufhören möchten.
Sandra Minnert: Ja, Rauchen bringt eigentlich nur Nachteile: man wird ganz schnell abhängig, schadet seiner Gesundheit und es ist teuer. Mit dem Geld, das man für Zigaretten ausgibt, lassen sich viel sinnvollere Dinge machen. Vielen Dank für Euren Besuch hier am 'rauchfrei'-Stand der BZgA. Wir wünschen Euch noch viel Erfolg in den nächsten Bundesligaspielen und natürlich auch mit der Deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft im Sommer bei den Olympischen Spielen in Athen.






















