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    Zigaretten sind manipuliert

    Die Zigarettenhersteller mischen seit Jahrzehnten bewusst chemische Zusatzstoffe in den Rohtabak, so die Meinung von Forschern des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Von denen sind rund 200 giftig und ca. 70 krebserregend. Das Ziel sei klar, so Martina Pötschke-Langer DKFZ: „Die Abhängigkeit möglichst schnell mit nur wenigen Zigaretten zu erreichen und die Sucht dauerhaft aufrechtzuerhalten." Das DKFZ fordert deshalb in zwei neuen Veröffentlichungen nicht nur ein Verbot für alle Substanzen, die zur Suchtentwicklung beitragen, sondern auch ein umfassendes Verbot aller krebserregenden Zusatzstoffe im Zigarettentabak. Bei einer kritischen Prüfung der erlaubten Zusatzstoffe wurde festgestellt, dass sie den Herstellern riesige chemische Freiräume lassen. Erlaubt sind Aromengemische, Früchte, Säfte, Öle, Harze, Mehle, Schleime, Metalloxidstäube und vieles andere.

     

    Grundlage der Verbotsforderung von süchtigmachenden Zusatzstoffen ist der vom Krebsforschungszentrum veröffentlichte Band „Die Tabakindustriedokumente I“, in dem die chemischen Veränderungen an Zigaretten anhand ehemals vertraulicher Tabakindustriedokumente belegt sind. Demnach werden hunderte von Stoffen eingesetzt, um Rauchern die Nikotinaufnahme zu erleichtern. Besonders erschütternd sei, dass die Hersteller Werbestrategie und Produkt gezielt auf Kinder abstimmten. So ermögliche das Beifügen von Menthol ein tiefes Inhalieren des ansonsten schmerzhaften Rauches. Und Zucker überdecke sehr gut den strengen Tabakgeschmack. Alle diese chemischen Veränderungen führten zur Inhalation größerer Rauchmengen und damit auch zu einer erhöhten Gesundheitsgefährdung durch die verstärkte Aufnahme krebserregender Substanzen.

     

    „Ein ohnehin gefährliches Produkt wird noch gefährlicher gemacht“, führte Martina Pötschke-Langer weiter aus. Dies dürfe insbesondere im Hinblick auf den Kinder- und Jugendmarkt nicht länger hingenommen werden. Bis zum 17. Lebensjahr rauche fast die Hälfte aller Jugendlichen. Noch nie zuvor habe eine Kindergeneration derart gefährliche Produkte konsumiert – mit dramatischen Folgen für die individuelle Gesundheit und unüberschaubaren Folgekosten für das Gesundheitswesen und die gesamte Gesellschaft.

     

    Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)

     

    www.tabakkontrolle.de