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    Bald rauchfreie Arbeitsstätten in Spanien

    20.12.05

    Am 15.12. hat die spanische Regierung eines der strengsten Anti-Tabak-Gesetze Europas beschlossen.

    Damit überholt Spanien andere Nationen, in denen schon länger strengere Rauchverbotsregeln herrschen. Ab dem 1.Januar 2006 gilt: Brennende Glimmstängel sind an geschlossenen Arbeitsplätzen grundsätzlich verboten. Es darf dort auch keine Raucherecken mehr geben. In Gaststätten von mehr als 100 Quadratmetern Größe können für Raucherinnen und Raucher Refugien eingerichtet werden, sie dürfen aber höchstens 30 Prozent der Fläche belegen. Kleinere Bars müssen sich mit Hilfe von Hinweisschildern entscheiden, ob sie für Raucher oder Nichtraucher da sind. In Schulen, Sportstätten, Krankenhäusern, Museen, Aufzügen, Telefonzellen, Metros, Zügen und an weiteren Orten drohen Strafen von 30 bis 600 Euro für Tabakkonsumenten und bis zu 10.000 Euro für Gastronomen.

    Im Sommer 2004 hatte sich das Parlament bereits selbst ein Verbot auferlegt und Raucher aus dem Kongressgebäude verbannt. "Das ist eine historische Marke im Kampf gegen das größte Problem der öffentlichen Gesundheit", verkündete Gesundheitsministerin Elena Salgado.

    Laut Statistik rauchen 38,7 Prozent der Spanier und 24,1 Prozent der Spanierinnen. Mehr als 50.000 Spanier sterben jedes Jahr an den Folgen von Tabak, mehrere Hundert davon sind Passivraucher. Das Einstiegsalter bei Jugendlichen liegt bei 13 Jahren. Deshalb dürfen künftig Zigaretten nur noch an Volljährige verkauft werden.

    Obendrein werden die bisher unterdurchschnittlichen Preise (gewöhnlich 2,50 Euro pro Schachtel) bald steigen, wenn die Steuern 2007 auf EU-Niveau angehoben werden. Außerdem wird die Werbung für Tabakprodukte verboten. Veranstalter von Motorsportveranstaltungen haben drei Jahre lang Zeit, die Schriftzüge von Tabakprodukt-Herstellern verschwinden zu lassen.

    Andere Länder haben mit Rauchverboten übrigens gute Erfahrungen gemacht: in Norwegen sind wegen der Einschränkungen keine Verluste im Gastgewerbe zu verzeichnen.

    Quelle: Süddeutsche Zeitung

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