
Italiener passen sich an - Rauchverbot in Lokalen kein Thema mehr
Gut drei Monate, nachdem in den meisten Lokalen in Italien der letzte Glimmstengel ausgedrückt wurde, ist die Erinnerung an den dichten Qualm von einst schon fast vergessen. Seit dem 10. Januar ist die letzte Stufe des strengen Gesetzes gegen das Rauchen in öffentlich zugänglichen Räumen in Kraft. Sei es aus Furcht vor den drastischen Strafen, aus Fügung ins Unvermeidliche oder aus Gesundheitsbewusstsein - die Italiener passten sich schlagartig an.
Über mehrere Jahre hinweg wurde die Zigarette in Italien schrittweise zurückgedrängt. Erst durfte nicht mehr in öffentlichen Gebäuden geraucht werden. Dann wurden die Züge zu rauchfreien Zonen. Den Schlusspunkt setzte schließlich das totale Rauchverbot in Lokalen, wenn diese nicht abgesonderte, mit automatischen Türen verschlossene und mit starken Abluftanlagen ausgestattete Extraräume für Raucher haben.
In Umfragen befürworten vier Fünftel der Raucher das Verbot, das sie zwingt, ihrer Sucht zu Hause oder auf der Straße nachzugehen.
Es gibt kaum ein Gesetz in Italien, das so selten gebrochen wird. Bei Polizeikontrollen in 3.210 Lokalen wurden nur 171 Verstöße festgestellt, von denen auch noch 120 die Vorschriften über die Position des obligatorischen Rauchverbotschildes betrafen. Übrig bleiben also nur 51 echte Untaten, die vor allem in Nachtclubs und Pubs begangen wurden. Speiselokale haben sogar wachsenden Zulauf. Die Gäste bleiben allerdings weniger lang, weil sie am Ende zu Kaffee und Zigarette oft woanders hingehen – und bestimmt nicht zum Ärger des Wirts den Platz für die nächsten Kunden freimachen.
Der Erfolg beflügelt Gesundheitsminister Girolamo Sirchia. Selbst Arzt, freut er sich darüber, dass nun auch die ohnehin vergleichsweise wenigen Zigarettenautomaten von 7 bis 23 Uhr außer Betrieb bleiben müssen. Er möchte jetzt sogar das Rauchen im Gefängnis verbieten.
Quelle: Frankfurter Rundschau online





















