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    Kanadischen Tabakkonzernen stehen Milliarden-Klagen bevor

    11.10.05

    Nach einem wegweisenden Justiz-Urteil in Kanada stehen der Zigarettenindustrie Milliarden-Klagen bevor: Erstmals erlaubte das höchste Gericht des Landes, dass eine einzelne Provinz die Tabakkonzerne auf Erstattung der Kosten für die öffentlichen Gesundheitsausgaben verklagen kann. Das Gericht entschied am 29. September zugunsten der westkanadischen Provinz British-Columbia. Deren Anwalt Dan Webster sagte, er habe die Anweisung, die Tabakkonzerne umgehend zu verklagen. Erst Mitte der 70er-Jahre hätten die Konzerne überhaupt über die Gefahren des Rauchens informiert und in den Jahren danach seien die Warnungen nur unzureichend gewesen.

    Das Gericht erklärte einstimmig ein in British-Columbia vor fünf Jahren erlassenes Gesetz für verfassungsgemäß. Dieses Gesetz sieht vor, dass sich die Provinzregierung von den Konzernen die Kosten erstatten lassen kann, die in den vergangenen 50 Jahren bei der Behandlung von Lungenkrebs und anderen durch das Rauchen verursachten Krankheiten entstanden sind. Kanadische und ausländische Tabakkonzerne wie Imperial Tobacco Canada, Rothmans Benson & Hedges, JTI-Macdonald, British American Tobacco und Philip Morris hatten gegen dieses Gesetz zunächst erfolgreich geklagt.

    Die Behörden von British Columbia machten noch keine Angaben zur Höhe ihrer Forderungen. Nach Informationen kanadischer Medien könnten sich diese auf 8,5 Milliarden US-Dollar (rund sieben Milliarden Euro) belaufen - ein Betrag, der auf ganz Kanada gerechnet auf das Zehnfache ansteigen könnte.

     

    In den USA hatten die Tabakkonzerne bereits 1998 nach langem Rechtsstreit die Zahlung von 206 Milliarden Dollar (rund 172 Milliarden Euro) über einen Zeitraum von 25 Jahren an 46 US-Bundesstaaten akzeptieren müssen.

     

    Quelle: Ärzteblatt

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