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    Rauchen bei Jugendlichen zunehmend "uncool"

    17.05.05

    Anlässlich der heutigen Vorstellung des Drogen- und Suchtberichtes erklärt die Parlamentarische Staatssekretärin und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk: "In der Drogen- und Suchtpolitik sind die Weichen richtig gestellt. Die Zahlen zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind. Die Zahl der Todesfälle infolge des Konsums illegaler Drogen ist im Vergleich zum Vorjahr erneut gesunken. Sie liegt mit 1.385 Todesfällen auf dem niedrigsten Stand seit 1989, der Trend ist damit seit dem Jahr 2000 konstant rückläufig. Dies ist ein Erfolg der Drogenpolitik der Bundesregierung, die in den letzten Jahren eine Vielzahl von Maßnahmen durchgesetzt hat, um die Behandlung von Opiatabhängigen zu verbessern, ihren Gesundheitszustand zu stabilisieren und die Überlebenschancen zu stärken."

    Eine erfreuliche Tendenz im Bereich der legalen Suchtstoffe ist vor allem der Rückgang der Raucherquote bei den Jugendlichen. Die Raucherquote bei den 12- bis 17-Jährigen ist von 28 % im Jahr 2001 inzwischen auf 20 % im Jahr 2005 zurückgegangen, wie eine aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung belegt. "Rauchen wird zunehmend uncool bei Minderjährigen. Dies ist auch ein Erfolg der speziell für Jugendliche entwickelten Nichtraucher-Kampagne und der Initiative für rauchfreie Schulen, die wir mit angestoßen haben. Nichtrauchen soll in Deutschland der Normalfall werden. Im Jahr 2004 wurde wieder ein ganzes Bündel unterschiedlicher Maßnahmen auf den Weg gebracht, um dieses Ziel zu erreichen. Auch die Tabaksteuererhöhung zeigt ihre Wirkung und ist aus gesund-heitspolitischer Sicht ein klarer Erfolg. Rauchen hat seinen Preis: Es macht krank. Es ist deshalb ein prioritäres gesundheitspolitisches Ziel der Bundesregierung, die Raucherquote zu senken", so Caspers-Merk. Anlässlich der ersten der drei beschlossenen Stufen der Erhöhung zum 1. März 2004 gaben 7,9 % der befragten Raucherinnen und Raucher an, mit dem Rauchen aufgehört zu haben. Und auch die zweite Stufe der Erhöhung zum 1. Dezember 2004 nahmen wieder 7,5 % der rauchenden Bevölkerung zum Anlass, das Rauchen ganz einzustellen.

    "Besonders erfreulich ist, dass der Konsum von Alkopops bei Minderjährigen stark zurückgegangen ist. Dies ist ein Erfolg der Alkopopsteuer und der gesellschaftlichen Debatte, die wir über den Alkoholkonsum von Jugendlichen angestoßen haben. Ziel der Sondersteuer war, Kinder und Jugendliche vor den Gefahren des Alkohol-konsums besser zu schützen. Dieses Ziel haben wir nach den aktuellen Zahlen erreicht", teilt Caspers-Merk mit. Während vor der Erhebung der Sondersteuer im August 2004 noch 28 % aller 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal im Monat spirituosenhaltige Alkopops konsumiert haben, sind es aktuell nur noch 16 %. Ein Drittel der Jugendlichen, die vorher schon mal Alkopops gekauft haben, kaufen jetzt überhaupt keine mehr, ein Drittel kauft weniger. Die Jugendlichen nennen als den Hauptgrund für diese Entwicklung die Preiserhöhung. "Es zeigt sich also, dass das Preissignal wie erwartet das wirkungsvollste Instrument ist, um den Konsum dieser jugendgerechten Trendgetränke - die innerhalb kürzester Zeit zum beliebtesten alkoholischen Getränk bei Jugendlichen avanciert waren - durch Minderjährige zu unterbinden", so Caspers-Merk. Die Erhebung zeigt weiter, dass die Sondersteuer auf Alkopops nicht zu einem Ausweichen der Jugendlichen auf andere alkoholische Getränke geführt hat. Auch der Gesamtalkoholkonsum ist bei den Unter-18-Jährigen leicht zurückgegangen. Ein weiterer Schwerpunkt des diesjährigen Drogen- und Suchtberichtes ist Cannabis. Dazu erklärt Caspers-Merk: "Der steigende Konsum von Cannabis unter Jugendlichen - ein Trend, der sich überall in Europa findet - ist ein Alarmsignal. Bereits in der Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen haben 7 % der Jugendlichen in Deutschland Erfahrung mit dem Konsum von Cannabis. Unter den 18- bis 25-Jährigen hat jeder fünfte Jugendliche im letzten Jahr Cannabis konsumiert. Auch die Anzahl derjenigen, die wegen ihres Cannabiskonsums eine Beratungsstelle aufsuchen, ist deutlich gestiegen. Cannabis ist nicht harmlos - hier fehlt es an einer Diskussion der Risiken, an der sich die ganze Gesellschaft beteiligen muss. Beunruhigend ist außerdem, dass mit Ecstasy und Amphetaminen die synthetischen Drogen weiter auf dem Vormarsch sind. Dies ist ein Trend, der ebenfalls die internationale Situation spiegelt. Die deutliche Steigerung bei den Sicherstellungsmengen und den polizeilich registrierten erstauffälligen Konsumenten sind Anzeichen dafür, dass wir hier vor einer wichtigen Aufgabe stehen. Die Bewältigung dieser Aufgabe ist aber nicht nur eine Angelegenheit der Straf-verfolgungsbehörden. Gefragt ist vielmehr die ganze Gesellschaft - eine Gesellschaft, in der "Gut-drauf-Sein" zum guten Ton gehört und nicht hingesehen wird, ob der Konsum von Drogen mit im Spiel ist. Im Umgang mit dem Suchtmittelkonsum muss sich die Wertegesellschaft bewähren."

    Den Drogen- und Suchtbericht finden Sie im Internet unter:

    www.drogenbeauftragte.de

     

    • Entwicklung des Alkoholkonsums bei Jugendlichen - unter besonderer Berücksichtigung der Konsumgewohnheiten von Alkopops ("Alkopops-Studie") - eine Befragung der BZgA, Mai 2005.
    • Evaluation der Tabaksteuererhöhung vom 1. Dezember 2004, erste Ergeb-nisse der bevölkerungsrepräsentativen Befragungen vor und nach der Tabaksteuererhöhung.
    • BZgA-Repräsentativerhebung "Förderung des Nichtrauchens bei Jugendlichen".

     

     

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