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    Die Weltgesundheitsorganisation fordert ein Rauchverbot in Kneipen

    04.08.06

    Passivrauchen ist mehr als nur unangenehm. Der Qualm ist eine Gefahr für die Gesundheit: Nach Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben in Deutschland jedes Jahr 3 300 Menschen am unfreiwilligen Tabakrauch. Der Ruf nach einem Rauchverbot in Kneipen wird da immer lauter. In die Debatte hat sich nun auch die WHO eingeschaltet.

    "Ein allgemeines Rauchverbot in Gaststätten ist richtig und notwendig", sagte der Deutschland-Chef der Weltgesundheitsorganisation, Michal Krzyzanowsky, der Berliner Zeitung. Besucher und Mitarbeiter von Restaurants müssten besser vor dem Passivrauchen geschützt werden. Untersuchungen hätten ergeben, dass der Anteil von gesundheitsschädigenden Feinstaubpartikeln in der Kneipenluft durch ein Rauchverbot um bis zu 96 Prozent sinken könne. Die Häufigkeit von Hals-, Nasen- und Augenleiden bei Gastronomiemitarbeitern nehme um 80 Prozent ab. "Diese Zahlen belegen, wie inakzeptabel die Gesundheitsgefahr durch Passivrauchen ist", so Krzyzanowsky.

    Die Weltgesundheitsorganisation stellt sich damit gegen die Vertreter der Gastronomie, die ein allgemeines Rauchverbot strikt ablehnen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband befürchtet sinkende Umsätze, Betriebsschließungen und sieht Arbeitsplätze in Gefahr.

    "Ein Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden ist zwar richtig", meinte Krzyzanowsky, mindestens genauso wichtig seien aber Gaststätten. Die WHO verwies dabei auf positive Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern. "In weiten Teilen Europas ist das Rauchen in Kneipen mittlerweile tabu", so der Experte, der zugleich das WHO-Zentrum für Umwelt und Gesundheit leitet. In Italien, Irland, Norwegen, Schweden und Schottland gilt schon heute ein Verbot. England, Finnland, Estland und Island haben dies in Aussicht gestellt.

    Die Zustimmung in der dortigen Bevölkerung ist der WHO zufolge stetig gewachsen. So hätten die Iren mit ihrer Pub-Kultur das Rauchverbot in Gaststätten nur zu 46 Prozent unterstützt. Heute seien 96 Prozent dafür. Ähnlich hoch sei die Zahl der Befürworter in Italien. Auch sei das Geschäft der Gastwirte nicht nennenswert eingebrochen. In Italien etwa hätten nur 13 Prozent merkbare Einbußen erlitten. "Ich würde erwarten, dass sich ähnliche Zahlen auch in Deutschland einstellen", betonte Krzyzanowsky.

    Quelle: Berliner Zeitung

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