
Rauchen als Kind: Schon eine einzige Zigarette verdoppelt Suchtrisiko!
Schon eine einzige gerauchte Zigarette in der Kindheit verdoppelt nach einer Untersuchung britischer Wissenschaftler die Wahrscheinlichkeit, später zur Raucherin oder zum Raucher zu werden. Denn "Eine ist keine" gilt nicht, wenn es um Kinder und Zigaretten geht.
Das ist das Ergebnis einer Studie mit 2000 Schülerinnen und Schülern aus 36 Schulen im Süden von London, die aktuell in der Fachzeitschrift "Tobacco Control" veröffentlicht wurde. Die Forscher vom University College London hatten Heranwachsenden ab 11 Jahren die Fragen gestellt: "Rauchst Du oder hast Du schon einmal geraucht?" Die Ergebnisse sind durchaus beunruhigend. Denn die Befragung zeigt, dass solche Schüler, die von nur einem einzigen Mal Rauchen berichtet hatten, ein erhöhtes Risiko aufweisen, im Alter von 14 Jahren Raucher zu sein, selbst wenn sie in den Jahren zuvor nicht geraucht hatten.
18 Prozent der 260 Teenager, die mit 11 Jahren ein einziges Mal geraucht hatten, waren demnach drei Jahre später regelmäßige Raucher. Bei denjenigen, die mit elf noch keine Glimmstengel-Erfahrung gemacht hatten, betrug der Raucheranteil mit 14 Jahren dagegen nur sieben Prozent. Schon ein flüchtiger Kontakt mit Nikotin steigert also das Risiko, Raucher zu werden, um mehr als das Doppelte. Aus diesem Wert sind bereits andere Einflussfaktoren wie das Geschlecht, der kulturelle Hintergrund, Entbehrungen, rauchende Eltern und Verhaltensauffälligkeiten herausgerechnet.
Die Wissenschaftler sprechen von einem "Schläfer-Effekt", der sich noch nach Jahren in Phasen von schulischer Überforderung, Stress oder Niedergeschlagenheit Bahn brechen könne. Der Grund dafür sei unklar, möglicherweise habe der Effekt mit der Wirkung des Nikotins auf das menschliche Gehirn zu tun.
Quelle: www.spiegel.de, Fachmagazin "Tobacco Control", tc.bmjjournals.com





















