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    Schwache Abwehr: Babys von Raucherinnen häufiger krank

    06.10.06

    Neugeborene von rauchenden Müttern haben ein schwächeres Immunsystem als Babys von Nichtraucherinnen. Eine australische Forschungsgruppe hat festgestellt, dass der Zigarettenrauch im Mutterleib die normale Entwicklung des kindlichen Immunsystems beeinträchtigen kann. Dies könnte eine Erklärung dafür sein, warum solche Kinder besonders anfällig für Infektionen und Allergien sind.

    Ärzte beobachten schon seit Jahren, dass Säuglinge von Raucherinnen bei der Geburt weniger wiegen und öfter an Infektionen der Atemwege leiden. Außerdem erkranken sie auch häufiger an Allergien oder Asthma. Hier kommt die Funktion des Immunsystems ins Spiel. Denn bei der Geburt ist die körpereigene Abwehr des Kindes noch nicht voll einsatzfähig. Um Infektionsgefahren außerhalb des Mutterleibs abzuwehren, sind Babys daher auf mütterliche Antikörper angewiesen. Diese erhalten sie während der Schwangerschaft mit dem Blut der Mutter über die Nabelschnur und nach der Geburt durch das Stillen.

    Außerdem ist bei Säuglingen zum Schutz vor Krankheitserregern noch die sogenannte angeborene Immunabwehr aktiv. Zu dieser Abwehr gehören etwa Fresszellen, die "Eindringlinge" anhand grober äußerer Merkmale erkennen und sogleich bekämpfen. Als "Alarmmelder" für eindringende Bakterien und Viren sind dabei spezielle Empfänger vorgesehen, nach deren Aktivierung ein Abwehrprogramm in den Immunzellen angeschaltet wird. Genau hier liegt der Knackpunkt: Die Forscher der University of Western Australia in Perth haben nämlich bei der Untersuchung von Abwehrzellen aus dem Nabelschnurblut von 122 Neugeborenen herausgefunden, dass diese "Alarmmelder" bei Kindern von Raucherinnen unmittelbar nach der Geburt nur vergleichsweise schlecht funktionieren. Was wiederum zur Folge hat, dass zu wenige Substanzen, die für eine erfolgreiche Eindämmung von Infektionen unentbehrlich sind, freigesetzt werden. Diese verminderte Ausschüttung wichtiger sogenannter Botenstoffe kann laut den Wissenschaftlern neben der Infektanfälligkeit möglicherweise auch erklären, warum Kinder von Raucherinnen häufiger an Allergien erkranken.

    Quelle: Neue Zürcher Zeitung, European Respiratory Journal 28 (721-729, 2006)

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