
Frühes Rauchen kostet Lebensjahre
Bisher galt die Daumenregel, dass Raucherinnen und Raucher im Durchschnitt etwa zehn Jahre weniger leben als eine Nichtraucherin oder ein Nichtraucher. Aber neuste Studien zeigen, dass häufig nur für Raucherinnen und Raucher gilt, die erst im Erwachsenenalter mit dem Rauchen begonnen haben. Wer nämlich bereits im Alter von 14 oder 15 Jahren damit anfängt, verkürzt seine Lebenserwartung möglicherweise sogar um mehr als 20 Jahre. Der Grund ist folgender: Wer mit 14 beginnt, entwickelt eine stärkere Sucht, denn das Gehirn von Jugendlichen ist anfälliger als das von Erwachsenen, da es sich noch in der Entwicklung befindet. "Wer als Jugendlicher oder sogar als Kind schon regelmäßig raucht, entwickelt eine besonders stark ausgeprägte Nikotinsucht. Bei manchen fräst sich die Sucht quasi so tief in das Gehirn, dass sie diese ihr Leben lang nicht mehr aus dem Kopf bekommen", warnt der Leitende Oberarzt an der Universitätsklinik für Psychiatrie Düsseldorf, Georg Winterer.
Alle Raucherinnen und Raucher sollten ihre Nikotinsucht so früh wie möglich bekämpfen. Je früher mit dem Rauchen begonnen wird und je mehr Zigaretten geraucht werden, umso eher entwickeln sich Entzündungen in der Lunge. Die bereiten zwar anfangs kaum Beschwerden und können über viele Jahre "dahinschwelen". Irgendwann sind sie aber nahezu unumkehrbar. Und Folgen kann eine chronische Erkrankung mit Atemnot, Husten und Auswurf, aber auch erhöhter Infektanfälligkeit, Depressionen und Folgen für andere Organe. Die so genannte "AHA-Symptomatik" - Atemnot, Husten Auswurf - muss man ernst nehmen und vom Lungenfacharzt abklären lassen. Denn chronische Lungenleiden zählen zu jenen, die am häufigsten zum Tode führen. Dennoch wissen viele Raucherinnen und Raucher gar nichts von ihrer Krankheit.
Immerhin sind die Glimmstängel bei Jugendlichen in Deutschland auf dem Rückzug. Im Zeitraum von 2001 bis 2007 ging die Raucherquote in der Gruppe der Zwölf- bis 17-Jährigen von 28 Prozent auf 18 Prozent zurück, so eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Auch 11- bis 15-jährige Gewohnheitsraucherinnen und Gewohnheitsraucher werden einsichtiger. Während im Jahr 2002 noch 15 Prozent von ihnen regelmäßig zur Zigarette griffen, taten das 2006 noch 9 Prozent.
Das Einstiegsalter für die erste Zigarette liegt in Deutschland bei durchschnittlich 14,2 Jahren. Außerdem ist bekannt, dass an Haupt- und Realschulen mehr geraucht wird als an Gymnasien. Nach den Daten der Europäischen Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen ist der Zigarettenkonsum unter deutschen Jugendlichen stärker verbreitet als in den meisten der 35 Vergleichsländer. Ähnlich hohe Quoten finden sich in Finnland, Österreich, Tschechien und der Ukraine. Deutlich seltener ist der jugendliche Qualmkonsum in Schweden, Dänemark, Norwegen, Großbritannien, Irland, Israel und den USA.
Quelle: Welt online
Mehr Informationen zum Rauchen: www.lungenaerzte-im-netz.de





















