
Kein Umsatzrückgang durch Rauchverbote
In fast allen deutschen Bundesländern ist seit Jahresbeginn das Rauchen in Kneipen und Restaurants komplett verboten. Ausnahmen gibt es nur, wenn die Gaststätten geschlossene Raucherräume eingerichtet haben. Eckkneipen haben für solche Zimmer jedoch meist keinen Platz. Das Gesetz gilt erst seit ein paar Monaten, doch die Gastwirtinnen und Gastwirte sind nicht glücklich mit ihm: Ein paar Besitzerinnen und Besitzer von Gaststätten und Restaurants beschweren sich über einen Rückgang beim Umsatz. Als Grund benennen sie das neue Rauchverbot. Deutsche Krebsforscherinnen und Krebsforscher sind da allerdings anderer Meinung.
Studien des Deutschen Krebsforschungsinstituts Heidelberg haben ergeben, dass ein generelles Rauchverbot in Kneipen weder den Umsatz schmälert noch Arbeitsplätze kostet. Das Institut hat Daten aus Ländern wie Irland ausgewertet, in denen schon länger ein Rauchverbot herrscht.
Über 80 Prozent der Nie-Raucherinnen und Nie-Raucher und über 70 Prozent der Ex-Raucherinnen und Ex-Raucher sowie immerhin 25 Prozent der aktiven Raucherinnen und Raucher sprechen sich in Deutschland für komplett rauchfreie Gaststätten aus. Insgesamt sind dies 60 Prozent der deutschen Bevölkerung. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Befragung, die im Auftrag des Deutschen Krebsforschungszentrums durchgeführt wurde. Befragt wurden über 2.000 in Deutschland lebende Männer und Frauen ab einem Alter von 16 Jahren. Über eine Beeinträchtigung ihres Wohlbefindens durch Tabakrauch in Gaststätten klagen 84 Prozent der Nichtraucherinnen und Nichtraucher und immerhin 35 Prozent der Raucherinnen und Raucher. Wenn Deutschland es so macht wie die anderen europäischen Länder, sind keine Umsatzeinbußen zu erwarten. Italien, Spanien, Irland, England, Schottland und die skandinavischen Länder haben schon viel länger rauchfreie Gaststätten, Kneipen und Pubs und die Umsätze sind dort auch weiterhin stabil. In der Umfrage gaben außerdem 73 Prozent der Befragten an, nach der Einführung von rauchfreien Gaststätten ihr Besuchsverhalten nicht zu ändern.
Quellen: Spiegel online, Deutsches Ärzteblatt online, dkfz
Die Publikation „Rauchfreie Gaststätten – mehrheitliche Zustimmung der deutschen Bevölkerung“ wurde von Wissenschaftlern des Deutschen Krebsforschungszentrums erstellt. Sie ist als PDF-Datei erhältlich unter www.tabakkontrolle.de sowie in gedruckter Form über:
Deutsches Krebsforschungszentrum
WHO Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle
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