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    Möglicherweise Rauchergen gefunden

    14.04.08

    Warum erkranken manche Raucherinnen und Raucher nach einer langjährigen Raucherkarriere an Lungenkrebs und andere wiederum nicht? Die Antwort lautet anscheinend: Chromosom 15.

    Zu dieser Antwort kommen gleich drei verschiedene Forscherteams von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die ihre Studien zeitgleich in den Zeitschriften "Nature" und "Nature Genetics" veröffentlicht haben. Alle drei Teams aus Island, Frankreich und USA haben Studien durchgeführt und dabei das menschliche Erbgut, die Gene, untersucht. Der Mensch hat fast 25.000 Gene. Chromosomen wiederum sind Strukturen in den Körperzellen, die Gene und damit Erbinformationen enthalten. In diesem Datenwust des sogenannten Genoms suchen dann die Forscherinnen und Forscher nach Häufungen von Genvarianten bei einer bestimmten Erkrankung. Nun scheinen bestimmte Genvarianten auf dem Chromosom 15 zum Teil die Frage nach dem Rauchergen erklären zu können.

    Alle drei Forscherteams stießen dabei auf die gleichen Abschnitte auf dem Chromosom 15q24. Wenn man als Rauchender diesen bestimmten Abschnitt auf dem Chromosom hat, erhöht sich das Risiko, an einem Lungenkrebs zu erkranken, um 30 Prozent. Da Chromosomen immer paarweise existieren, kann der Abschnitt auch gleich zweimal vorkommen. Dann ist das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, sogar um 70 bis 80 Prozent erhöht. Den Forscherinnen und Forschern zufolge haben etwa die Hälfte aller Menschen in Europa diesen Genabschnitt auf zumindest einem Chromosom, deswegen ist die Bedeutung des Ergebnisses in der Gesamtbevölkerung enorm.

    In einem Punkt sind sich die drei Teams der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht einig geworden: Und zwar in der Frage des Wirkungsmechanismus. Die Forscherinnen und Forscher aus Island vermuten, dass die gefundenen Genabschnitte die Suchtwirkung von Nikotin verstärken. Es ist denkbar, dass Zigaretten bei einigen Menschen eine stärkere Wirkung haben und die Raucherinnen und Raucher mit solchen Genen dann eher nikotinsüchtig werden als andere Rauchende, die vielleicht gleich viel rauchen, aber diesen Genabschnitt eben nicht haben. Man weiß jedenfalls, dass man umso eher Lungekrebs bekommt, je mehr Zigaretten man raucht. Wenn der gefundene Genabschnitt verantwortlich für die Nikotinsucht mancher Raucherinnen und Raucher wäre, wäre nach Meinung des isländischen Forscherteams der Wirkmechanismus geklärt: Die Rauchenden mit dem gefundenen Genabschnitt sind süchtiger nach Nikotin als andere, rauchen deswegen mehr und bekommen deswegen umso wahrscheinlicher Lungenkrebs. Die beiden anderen Teams aus Frankreich und den USA halten diese Annahme jedoch nicht für gesichert.

    Quellen:

    www.nature.com/nature/journal/v452/n7187/abs/nature06846.html

    www.nature.com/nature/journal/v452/n7187/abs/nature06885.html

    www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/abs/ng.109.html

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