
Rauchen bremst Muskelaufbau
Der Tabakkonsum begünstigt nicht nur Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auf lange Sicht lässt es auch die Muskulatur schwinden. Hinweise auf den zugrunde liegenden Mechanismus hat eine internationale Forschergruppe im Rahmen einer kleinen Studie gefunden. Bei starken Raucherinnen und Rauchern ist die ständige Neubildung von Muskelprotein gehemmt, während der Abbau weiter voranschreitet.
Der Verlust an Muskelmasse und Muskelfunktion mache sich vor allem im Alter in Form einer geringeren Bewegungsfähigkeit und eines höheren Sturzrisikos bemerkbar, erklärt Philip Atherton von der University of Nottingham. Umso wichtiger sei es, noch in jungen Jahren mit dem Rauchen aufzuhören.
Atherton und Kollegen verglichen acht Raucherinnen bzw. Raucher, die seit mindestens 20 Jahren mehr als 20 Zigaretten pro Tag konsumierten, und acht Nichtraucherinnen bzw. Nichtrauchern gleichen Alters, Geschlechts und ähnlicher Statur. Alle Teilnehmer/-innen erhielten eine Lösung einer bestimmten Aminosäure injiziert, in der einzelne Atome durch seltene, nicht-radioaktive Isotope ersetzt waren. Einige Zeit wurden Blut- und Gewebeproben genommen. Gemessen an dem Anteil markierten Leucins darin, wurde der Proteinbaustein bei den Raucherinnen bzw. Rauchern gut 40 Prozent langsamer in die Muskulatur eingebaut als bei den Nichtraucherinnen bzw. Nichtrauchern.
Gleichzeitig fanden sich im Blut der rauchenden Proband/-innen deutlich höhere Spiegel von Proteinen, die den Aufbau von Muskelgewebe hemmen oder solchen, die den Proteinabbau fördern.
Ob durch Rauchen der Muskelabbau tatsächlich schneller vor sich geht, ist noch unklar. In jedem Fall könnten die beobachteten Effekte den altersbedingten Verlust von Muskelmasse fördern, so Atherton.
Quelle: Veröffentlichung American Journal of Physiology - Endocrinology and Metabolism, DOI 10.1152/ajpendo.00301.2007





















