
Rauchverbote führen zu einer spürbar geringeren Schadstoff-Belastung der Atemluft
Die Befürworterinnen und Befürworter schärferer Rauchverbote können auf neue Argumente zurückgreifen: Die europäische Anti-Tabak-Initiative "Help" hat jetzt in einer Studie die unmittelbaren Auswirkungen des blauen Dunstes bei Aktiv-, vor allem aber auch Passivraucherinnen und –rauchern untersucht. Dazu wurde bei mehr als 110.000 EU-Bürgern der Kohlenmonoxid-Gehalt in der Atemluft gemessen.
An der Untersuchung nahmen auch 3501 Österreicherinnen und Österreicher teil. "In der Ausatemluft von Raucherinnen und Rauchern fanden sich CO-Konzentrationen, die im Mittel doppelt so hoch waren wie in der Außenluft zulässig", sagt Prof. Manfred Neuberger, Ordinarius für Umwelthygiene an der Medizinischen Universität Wien und Leiter des Projektes in Österreich . "Die mittlere CO-Belastung von Passivraucherinnen und –rauchern ist um ein Drittel höher als die durch Umweltbelastungen wie Autoabgase. Sie ist mit jener von Gelegenheitsrauchern/-und raucherinnen vergleichbar." Wird viel CO ausgeatmet, bedeutet das einen beeinträchtigten Sauerstoff-Transport im Blut. Zusätzlich weisen hohe Werte auch auf eine hohe Belastung mit vielen anderen giftigen Rauchinhaltsstoffen hin.
Erste grobe Vergleiche zwischen den einzelnen Ländern zeigen: In Staaten, wo die Tabakgesetze streng und die Steuern auf Zigaretten hoch sind, atmen die Raucherinnen und Raucher, aber auch die Nichtraucherinnen und Nichtraucher geringere Mengen des Schadstoffes aus. "Ein Rauchverbot in allen öffentlich zugänglichen Räumen führt zu einer Halbierung der CO-Belastung von Nichtraucherinnen und Nichtrauchern", so Neuberger.
"Leider ist aber Österreich in dieser Hinsicht trauriges Schlusslicht", kritisiert Prof. Gerald Maurer von der Universität Wien. Als Kardiologe ist er tagtäglich mit den Folgen des Tabakmissbrauchs konfrontiert: "Wir sehen kaum Infarktpatientinnen und -patienten unter 40 oder 50, die nicht rauchen. Und weil immer mehr Mädchen rauchen, stehen wir derzeit am Beginn einer Epidemie an Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen."
Je höher die Dosis, desto gefährlicher: Das gilt naturgemäß auch beim Passivrauch. "Bei Patientinnen und Patienten mit bereits vorgeschädigten Gefäßen genügen aber oft schon geringe Konzentrationen, um einen Infarkt auszulösen", sagt der Herzspezialist. Umgekehrt zeigen Rauchverbote sehr rasch Wirkung, so Maurer: "In den USA etwa, die in dieser Hinsicht vorbildlich sind, kam es zu einer drastischen Verringerung der Herzinfarkt-Sterberate. In Italien, Schottland und Irland sank sie bereits im ersten Jahr nach dem Verbot um zehn Prozent."
Quelle: www.kurier.at





















