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    Wenn Vorbilder rauchen

    06.08.07

    In Stirb langsam 4.0 greift John McLane, gespielt von Bruce Willis, nicht mehr zur Zigarette - und könnte damit zahlreiche Jugendliche vom Start in eine Raucherkarriere bewahren. Denn die neue Gesundheitsstudie Rauchen in Film und Fernsehen - Wirkungen auf Kinder und Jugendliche von Rainer Hanewinkel und James D. Sargent im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums untermauerte nun was bisher nur aus kleineren Untersuchungen vor allem aus den USA bekannt war: Dass Rauch-Szenen in Filmen Kinder und Jugendliche dazu verleiten, selber zur Kippe zu greifen.

    Ein erster Beleg dafür gelang den Forscherinnen und Forschern, indem sie über 5500 schleswig-holsteinische Schüler zwischen 10 und 17 Jahren danach befragten, ob sie rauchten und bestimmte Filme gesehen hatten. Das Forschungsteam hatte zuvor für die Liste aus 50 Blockbustern die jeweiligen Rauch-Szenen ermittelt. Das Ergebnis: Wer von den Schülerinnen und Schülern viele Raucherszenen gesehen hatte, gehörte auch häufiger zu den Raucherinnen und Rauchern. Nur jeder zehnte Jugendliche aus der Gruppe, die nur wenig gefilmten Qualm ausgesetzt war, hatte schon selber einmal geraucht. Dagegen hatten sieben von zehn Schülerinnen bzw. Schülern, welche häufig Rauch-Filme konsumiert hatten, selber schon einmal zur Zigarette gegriffen.

    Und nicht nur das - Schülerinnen und Schüler, die häufig Filme sahen, in denen geraucht wird und trotzdem bei der Eingangsbefragung noch nicht geraucht hatte, waren ein Jahr später bei einer Folgebefragung oft schon selber Raucherinnen und Raucher.

    Laut Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung qualmt derzeit fast jeder fünfte Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren. "Rauchen in Film und Fernsehen ist kein wertfreies dramaturgisches Mittel oder bloße Realitätsdarstellung, sondern für Kinder und Jugendliche immer auch Vorbild, das zur Nachahmung verleitet", so Susanne Bätzing, Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Sie strebt an, den Anteil von Rauchszenen im Fernsehen und in deutschen Kinoproduktionen zu senken.

    Quelle: Medical tribune

     

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