
Immer mehr Jugendliche rauchen nicht mehr - für eine Entwarnung ist es allerdings noch zu früh, sagen die Experten
Deutsche Jugendliche rauchen weniger. Im Zeitraum von 2001 bis 2007 ging die Raucherquote in der Gruppe der 12- bis 17-jährigen von 28 Prozent auf 18 Prozent zurück. Auch 11 bis 15-jährige Gewohnheitsraucherinnen und Gewohnheitsraucher verlieren die Lust am Qualmen. Zu diesem Ergebnis kommen Studien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der WHO. Während im Jahr 2002 15 Prozent von ihnen regelmäßig zum Glimmstängel griffen, taten das 2006 "nur" noch 9 Prozent.
Eine andere Studie, nämlich die "Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen (ESPAD)", bei der insgesamt 12.448 Schülerinnen und Schülern der neunten und zehnten Klasse befragt wurden, berichtet auch, dass unter den Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klasse der Anteil der Raucherinnen und Raucher zwischen 2003 und 2007 deutlich gesunken ist: Von 46,7% auf 36,5%. Damit hat sich der Tabakkonsum innerhalb von vier Jahren um volle 10% reduziert. Der Anteil der Raucherinnen und Raucher unterscheidet sich in den Studien u.a. deswegen, weil die Altersspannen der befragten Jugendlichen unterschiedlich groß sind. Was sie aber gemeinsam haben, ist das Ergebnis, dass über alle Alterklassen hinweg der Anteil derer, die noch am Glimmstengel hängen, zurückgeht.
Für eine Entwarnung ist es dennoch entschieden zu früh. Datenerhebungen der ESPAD-Studie zeigen auch, dass das Rauchen bei deutschen Jugendlichen stärker verbreitet ist als in den meisten der 35 Vergleichsländer. Ähnlich hohe Quoten finden sich nur in Finnland, Österreich, Tschechien und der Ukraine. Deutlich seltener ist der jugendliche Qualmkonsum dagegen in Schweden, Dänemark, Norwegen, Großbritannien, Irland, Israel und den USA.
Damit sich die deutsche Raucherquote unter den Jugendlichen auch in Zukunft im erwünschten Abwärtstrend befindet, werden den rauchenden Jungs und Mädchen zahlreiche Unterstützungen angeboten. Die sollen es ihnen leichter machen und helfen, von der Kippe wegzukommen. Bei der BZgA kann man sich beispielsweise die kostenlosen Broschüren wie „Let’s talk about smoking“, „Stop Smoking – Girls“ oder „Stop Smoking – Boys“ und vieles mehr besorgen oder am Internet-Ausstiegsprogramm „rauchfrei“ mitmachen.
Quellen:
- Förderung des Nichtrauchens bei Jugendlichen 2007. Eine Repräsentativbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln.
- WHO
- Pressemitteilung der Drogenbeauftragte der Bundesregierung / Kraus, L. , Papst, A. & Steiner, S. (2008). Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen 2007 (ESPAD). Reihe IFT-Berichte, Band Nr. 165
- Link zum BZgA-Internet-Ausstiegsprogramm für Jugendliche





















