
Mehrheit der Deutschen für Rauchverbot
Zwei Drittel der Deutschen befürworten die bundesweit geltenden Rauchverbote in Gaststätten. In einer groß angelegten Studie mit 2.000 befragten Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern sprachen sich 66 Prozent dafür aus. Nur ein Drittel wünscht sich, dass die Gesetze zum Nichtraucherschutz wieder abgeschafft werden. Unter den Raucherinnen und Rauchern allein ist das Verhältnis umgekehrt: Knapp ein Drittel findet, dass die Rauchverbote gut sind. 64 Prozent der Raucherinnen und Raucher wollen dagegen wieder uneingeschränkt rauchen.
Das Rauchverbot in Kneipen ist aus der Sicht der Ärzteschaft ein wichtiger Schritt zum Schutz von Nichtraucherinnen und Nichtrauchern. Eine Gefährdung durch Passivraucher kann so reduziert werden. Einer deutschen Untersuchung zufolge sterben jährlich 3.300 Menschen an den Folgen des passiven Einatmens von Zigarettenrauch. Für Menschen, die regelmäßig dem Tabakrauch ausgesetzt sind, also zum Beispiel für die Bedienungen in verqualmten Cafés oder Kneipen, steigt das Risiko für Lungenkrebs und Herzinfarkt um 25 Prozent sowie für einen Schlaganfall um 17 Prozent. In anderen Ländern, wie in Italien, Frankreich, England, Irland, Schweden, Finnland und Norwegen, sind deswegen die Rauchverbote in Gaststätten ohne Ausnahmen durchgesetzt worden. Und schon jetzt lässt sich beobachten, dass beispielsweise in Italien die Anzahl der Herzinfarkte nach Einführen der Nichtraucherschutzgesetze deutlich gesunken ist. Ähnliche Ergebnisse sind auch aus den USA berichtet worden.
Das Bundesverfassungsgericht will bald ein Grundsatzurteil zu den Rauchverboten fällen. Bundesweit liegen nämlich zahlreiche Klagen von Wirtinnen und Wirten gegen die Rauchverbote vor, denn sie befürchten, dass die Umsetzung des Rauchverbots zu Umsatzeinbußen führt. Das Bundesverfassungsgericht will sein Urteil zum Rauchverbot in Gaststätten am 30. Juli verkünden.
Quellen: Ärzte Zeitung online, Focus online





















