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Böse, böse Werbung

Ich fahr ja jeden Morgen mit dem Bus in die Arbeit. Und ganz ehrlich: Mir ist Zigaretten-Werbung vorher nie aufgefallen. Aber seit ich versuche aufzuhören, seh ich sie ständig: Auf Plakaten, in Zeitschriften, im Internet. Und sie drücken leider echt die richtigen Knöpfe.

Zwei junge Leute, auf einem Hausdach sitzen und Bier trinken und sich nen schönen Abend machen. Jap. Da würde ich in meinen alten Gewohnheiten wahrscheinlich auch eine rauchen. Oder mit dem Cabrio den Highway runter heizen. Klingt alles nach großer Freiheit und selbstbewussten, glücklichen Menschen. Auf jeden Fall baut es ein Bild auf, bei dem ich mir manchmal denk: „Hey, das passt zu mir.“

Ich liebe auch die große Freiheit, fahr spontan mal die Nacht durch, um einfach so am nächsten Morgen in Italien zu Frühstücken oder setz mich mit Kumpels auf ein Garagendach zum Chillen. Ich pass ins Bild. Ich pass zu dieser Werbung. Klar: Die Werbung baut da eine Scheinwelt auf. Da werden mit Photoshop und Retusche Momente und Stimmungen wie aus dem Bilderbuch erzeugt, die mit der Realität nicht viel zu tun haben. Und ganz ehrlich: Den Sonnenuntergang zu beobachten ist ohne zu rauchen noch viel romantischer.

Die Andrea schickt mir manchmal so eklige „Raucherbein“- und Lungen-Bilder. Das nervt manchmal echt – ich bin ja kein kleines Kind – aber ich muss leider zugeben, dass genau das in Momenten wie ich sie oben beschrieben hab, hilft. 

Traurig aber wahr, wie uns die Werbung beeinflusst. Und ja, ich sag auch immer den Satz: „Also mich locken sie damit nicht.“ Und dann ertappt man sich doch dabei, wie man das Produkt das nächste Mal kauft. Eigentlich traurig. Zukünftig wird mein eigener Wille stärker sein.

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