Sind Zigaretten ohne Zusätze weniger schädlich?


Sind Zigaretten ohne Zusätze weniger schädlich?


Auswertung aller Teilnahmen

JA

24%

NEIN

64%

VIELLEICHT

13%

 

Sind Zigaretten ohne Zusätze weniger schädlich?

Der Hinweis „ohne Zusätze“ erinnert an Lebensmittel „ohne Konservierungsstoffe“ und das klingt zumindest so, als wäre es weniger schädlich für die Gesundheit. Ist es aber nicht. Jede Zigarette schadet, auch Zigaretten ohne Zusätze. Und das aus verschiedenen Gründen:

  • Der Hinweis „Ohne Zusätze“ bezieht sich lediglich auf den Tabak. In Filter und Papier stecken jedoch noch weiterhin jede Menge Substanzen, zum Beispiel Weichmacher oder Feuchthaltemittel, die sich beim Rauchen zu Giftstoffen verwandeln können. Fachleute sind sich einig: Diese Zigaretten nicht weniger gesundheitsschädlich als reguläre Marken.
  • Bereits die Tabakpflanze selbst enthält viele Schadstoffe und die landen auch im Endprodukt – der Zigarette. Arsen und Blei sind da nur zwei Beispiele. Beim Anbau von Tabak werden außerdem unter anderem regelmäßig Dünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt.
  • Auch durch die Verarbeitung des Tabaks verändert sich seine Schadstoffzusammensetzung. Bei einigen Stoffen, zum Beispiel bei den gesundheitsschädlichen „tabakspezifischen Nitrosaminen“ steigt durch den Prozess der Trocknung und Fermentation (= ein Gärungsprozess, den der Tabak durchläuft) des Tabaks, deren Konzentration.

 

Also: Wer „zusatzfreie“ Zigaretten raucht, sollte wissen, dass er erstens doch ein Produkt konsumiert, welches Zusätze enthält (in Papier und Filter). Und zweitens, dass deren Gesundheitsschädlichkeit vergleichbar mit Zigaretten ist, die nicht mit diesem Slogan werben. Deshalb: rauchfrei bleiben oder mit dem Rauchen aufhören.

 

Quellen:

Deutsches Krebsforschungszentrum. Zusatzstoffe in Tabakprodukten / EU-Projekt PITOC. Abgerufen am 10. Oktober, 2019, von www.dkfz.de

Pötschke-Langer, M., Kahnert, S., Schaller, K., Viarisio V., Heidt, C., Schunk, S., Mons, U., & Fode, K. (2015). Tabakatlas Deutschland, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, 2.Auflage, Heidelberg