Wahr!

Rauchen verursacht hohe Kosten im Gesundheitswesen?

Die Kosten durch Gesundheitsschäden bei Raucherinnen und Rauchern sind hoch. Höher als die Einnahmen aus der Tabaksteuer?

Bei der Diskussion um die Tabaksteuer wird oft dargestellt, wie gut der Staat an den Raucherinnen und Rauchern verdient. Studien belegen jedoch, dass die Kosten, die der Allgemeinheit für das Rauchen entstehen, deutlich höher sind, als die Einnahmen durch die Tabaksteuer.

2016 wurden in Deutschland über die Tabaksteuer rund 14,2 Milliarden Euro eingenommen, dieser Wert ist bereits seit einigen Jahren relativ konstant.

Ausgaben, die der Staat in Folge des Tabakkonsums zu begleichen hat, sind schwerer zu belegen. Zu den Kosten zählen die teure medizinische Behandlung von Krankheiten, die durch das Rauchen entstehen sowie Arbeitsunfähigkeit und früheren Rentenbeginn aufgrund von Erkrankungen und schlechterer Leistungsfähigkeit als bei Nichtrauchenden. In Geld ausgedrückt bedeutet dies Kosten von fast 21 Milliarden Euro, also rund 7 Milliarden mehr, als eingenommen werden.

Hierbei sind noch nicht die Kosten für die Folgen von Passivrauchen enthalten. 

 

Quellen: 

Statistisches Bundesamt: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/FinanzenSteuern/Steuern/Verbrauchsteuer/AbsatzTabakJ2140911147004.pdf?__blob=publicationFile 

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung: http://www.drogenbeauftragte.de/drogen-und-sucht/tabak/situation-in-deutschland.html

  • 18.09.2015 | Phoenics: Leider Unwahr.

    So einfach ist es dann leider doch nicht. Die Einsparungen, die durch das überwiegend frühere Ableben der Raucher erfolgen, führen zu einer Positiven Kostenersparnis.

    Siehe Handelsblatt.com am 10.10.2015 "Was kosten Raucher die Gesellschaft?".
  • 30.09.2015 | Redaktion rauch-frei.info: Hallo Phoenics,

    danke für deinen Kommentar. Der Autor des Artikels, auf den Du Dich
    beziehst, kommt tatsächlich zu einem anderen Ergebnis als die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Berechnung wir auf unserer Website vorstellen. Den Unterschied erklärt er selber ja auch in seinem Artikel: Arbeitsausfälle in Folge des Tabakkonsums rechnet er nicht mit ein, weil dies Kosten seien, die die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer alleine tragen. Seine
    Berechnungsgrundlage ist also eine andere, so dass er ein anderes Ergebnis erzielt (eines, das unterhalb der Einnahmen durch die Tabaksteuer liegt).

    Zuletzt kam eine Auswertung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zu einem noch deutlich höheren Minus für Gesundheitswesen und Volkswirtschaft durch die Folgen des Tabakkonsums als die von uns genannten 21 Milliarden. Hier kann man sie nachlesen:
    http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/AdWfP/AdWfP_Die_Kosten_des_Rauchens_in_Deutschland.pdf

    Das dahinterstehende Kostenmodell berücksichtigt zum Beispiel auch finanzielle Aufwände, die durch Passivrauchen entstehen sowie weitere Posten - so dass die Gesamtsumme der negativen Kostenbilanz durch das Rauchen hier insgesamt noch höher ausfällt. Unterschiedliche Studien, unterschiedliche Berechnungsgrundlagen also. Die Studie, die dem Text auf unserer Website zugrunde liegt, ist unter Fachleuten anerkannt und wird oft zitiert, deshalb beziehen wir uns in unserer Antwort auf die Frage "Verursacht Rauchen hohe Kosten..." auf sie.

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