Folgen des Passivrauchens oft unterschätzt

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Folgen des Passivrauchens oft unterschätzt

Bei Luftverschmutzung denken die meisten Menschen an Abgase aus Autos und dicken Schornsteinen. Doch Zigarettenrauchen ist ebenfalls Luftverschmutzung, vor allem in Innenräumen. Der schädliche Qualm wird dann nicht nur von rauchenden, sondern auch von nichtrauchenden Personen eingeatmet und kann eine Vielzahl von Erkrankungen bis hin zum Lungenkrebs bei ihnen auslösen. Doch wie gut kennen sich Raucherinnen und Raucher mit den gesundheitlichen Folgen des Passivrauchens aus?

Die irische Wissenschaftlerin Bernie J. Lonergan und ihr Team vom University College Cork haben diese Frage erforscht. In den Jahren 1999 und 2006 führten sie Umfragen in der irischen Bevölkerung durch. Das Ergebnis war eindeutig: Raucherinnen und Raucher sind sich der Folgen des Passivrauchens viel weniger bewusst als Nichtraucherinnen und Nichtraucher. Damit decken sich die Ergebnisse mit früheren Studien zu diesem Thema.

Wissen über Folgen des Passivrauchens nimmt zu

Eine positive Entwicklung ist allerdings zu erkennen: Am Ende der Studie waren die Gesundheitsrisiken durch passives Rauchen viel bekannter als am Anfang. Besonders Herzkrankheiten werden inzwischen verstärkt als Gefahr beim Passivrauchen wahrgenommen. Ähnliche Verbesserungen sind bei Lungenkrebs und Bronchitis zu beobachten. Lungenkrebs wurde sogar von fast allen Teilnehmenden der Studie als mögliche Folge des Passivrauchens erkannt.

Dass die irische Bevölkerung die gesundheitlichen Auswirkungen des Passivrauchens bewusster wahrnimmt, kann ein positiver Effekt der Rauchergesetze sein, die seit einigen Jahren gelten. Warnungen auf Zigarettenpackungen sowie ein Rauchverbot am Arbeitsplatz haben die Bevölkerung auf das Thema aufmerksam gemacht.

Mittelohrerkrankungen bei Kindern durch Passivrauchen wenig bekannt

Bei der Entstehung von Mittelohrerkrankungen bei Kindern durch unfreiwilliges Mitrauchen ist allerdings noch einiges an Aufklärungsbedarf vorhanden. Noch nicht einmal die Hälfte der Befragten ist sich dieser Folgeerkrankung bewusst – egal ob sie rauchen oder nicht rauchen. Tatsächlich erhöht das Einatmen von Zigarettenqualm bei Kindern das Risiko, an einer Mittelohrentzündung zu erkranken, deutlich.

Raucherinnen und Raucher sollten daher ihre Zigarette möglichst nicht in Innenräumen anzünden, wenn andere Personen davon betroffen sein könnten. Sie sollten auch bedenken, dass sich giftige Partikel (kleine, für das Auge unsichtbare „Teilchen“) auf den Oberflächen von Möbeln ablagern und von dort ebenfalls von anderen Menschen aufgenommen werden können. Dies ist insbesondere für kleine Kinder gefährlich.

Das Risiko, jemanden durch Passivrauchen zu schädigen, kann jedoch ausgeschlossen werden, wenn man das Rauchen ganz einstellt. Unser Ausstiegsprogramm kann beim Rauchstopp helfen.


Quellen:

Lonergan, B. J., Meaney, S., Perry, I. J., Comber, H. Power, B., Bradley, C. & Greiner, B. A. (2014). Smokers Still Underestimate the Risks Posed by Secondhand Smoke: A Repeated Cross-Sectional Study. Nicotine & Tobacco Research, 16(8), 1121-1128. http://ntr.oxfordjournals.org/content/16/8/1121.long

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