Jugendliche und Tabakwerbung

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Jugendliche und Tabakwerbung

Anders als in anderen Ländern in Deutschland ist Tabakwerbung auf Plakaten erlaubt. Aber kriegen Jugendliche die überhaupt mit?

Wir sind umgeben von Werbung. Schon auf dem Weg zur Schule oder zum Ausbildungsplatz begegnen wir vielen Werbebotschaften – für Produkte aller Art. Zum Beispiel an Plakatwänden, Litfaßsäulen, im Bus oder der U-Bahn. Und dann geht es den ganzen Tag so weiter. Am Abend ist unser Kopf dann voll von Produkten oder Ideen, die uns jemand verkaufen will. Darunter auch Werbung für Zigaretten, die ja bekanntermaßen ziemlich gesundheitsschädlich sind. Rauchen führt zu etwa 120.000 vorzeitigen Todesfällen pro Jahr in Deutschland.

Regeln für die Tabakindustrie

Die Zigarettenindustrie muss sich deshalb bei ihrer Werbung an bestimmte Regeln halten. So darf zum Beispiel im Fernsehen nicht für Tabakprodukte geworben werden und im Kino erst nach 18 Uhr.


Erlaubt ist noch Tabakwerbung auf Plakatwänden – Werbung also, der man kaum aus dem Weg gehen kann, auch Jugendliche nicht. Eine Befragung hat gezeigt, dass drei von vier Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren Werbung für Zigaretten bemerken. Bei den über 60-Jährigen liegt diese Quote zum Beispiel niedriger: Hier sind es ungefähr zwei von vier Menschen, die sich an Tabakwerbung erinnern. Insgesamt zeigt die Untersuchung, dass besonders die Jüngeren Werbung für Tabakwaren bemerken.

Hirn einschalten und gegen das Rauchen entscheiden

Einige von euch werden sich jetzt vielleicht fragen: Warum ist das ein Thema? Schließlich fangen Jugendliche ja nicht automatisch an zu rauchen, nur weil sie Werbung für Zigaretten sehen. Das stimmt natürlich. Untersuchungen zeigen jedoch: Jugendliche, die viel Tabakwerbung sehen, fangen eher an zu rauchen. Was dagegen hilft? Aufklärung über die Gesundheitsgefahren durch das Rauchen zum Beispiel. Denn es kommt zwar über Augen und Ohren viel Werbung bei uns an. Aber hinter den Augen bzw. zwischen den Ohren sitzt ja glücklicherweise das Gehirn. Und ein gut informiertes Hirn entscheidet sich eher für ein Nein zum Rauchen. Übrigens gilt das für die große Mehrheit unter euch, wie eine Statistik der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigt.


Mehr zum Thema Tabakwerbung gibt es hier.


Quellen:

  • Deutsches Krebsforschungszentrum (2016) Tabakwerbung auf Plakaten spricht Jugendliche an – Außenwerbeverbot dringend notwendig. Aus der Wissenschaft – für die Politik, Heidelberg
  • Morgenstern M, Sargent JD, Isensee B, Hanewinkel R. From never to daily smoking in 30 months: The predictive value of tobacco and non-tobacco advertising exposure. BMJ Open 3, e002907 (2013).


     
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