Mark Twain – ein Stressraucher?

Mark Twain – ein Stressraucher?

"Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn" – daran werden wohl viele von euch als erstes denken, wenn sie den Namen "Mark Twain" hören. Der Schriftsteller hat mit der Geschichte über die Freundschaft zwischen Huckleberry Finn und Tom Sawyer einen echten Jugendbuch-Klassiker geschrieben, den seitdem jede junge Generation für sich entdeckt hat und der auch schon mehrfach verfilmt wurde.

100 Mal mit dem Rauchen aufgehört?

Mark Twain ist aber auch für seine "Sprüche" bekannt. Wie diesen hier: "Mit dem Rauchen aufzuhören ist kinderleicht. Ich habe es schon hundertmal geschafft". Nicht überliefert ist, warum der bekannte Schriftsteller immer wieder in seine alten Rauchgewohnheiten zurückgefallen ist. Könnten wir ihn dazu befragen, stünden die Chancen nicht schlecht, dass er Stress als Grund für seine vielen Rückfälle nennen würde. Das sagen zumindest viele Menschen, die trotz aller festen Absichten wieder zur Zigarette gegriffen haben. Stress bei der Arbeit, eine private Krise – und schwupps haben sie wieder geraucht.

Sätze, die nicht helfen

Was sie dann manchmal zu hören kriegen: "Alles eine Ausrede. Wer aufhören will, kann auch aufhören. Jeder hat Stress und Nichtraucher bekommen es ja auch hin, bei Stress nicht zu rauchen." Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, dass eine solche Reaktion den Betroffenen nicht gerade weiter hilft – insbesondere wenn sie es schon häufiger erlebt haben, dass es eine Zeit lang geklappt hat mit dem Nichtrauchen und sie dann doch wieder von ihren Rauchgewohnheiten eingeholt wurden. Das kann nämlich ganz schön frustrieren. Folgender Satz, den Menschen nach einem missglückten Ausstiegsversuch manchmal hören, kann den Frust noch steigern: "Dann hast du es nur noch nicht richtig gewollt.".

Das Gehirn stellt sich auf das Stressrauchen ein

Was stattdessen hilft: Verstehen, wie der Stress und das Rauchen zusammenhängen. Und dann etwas daran ändern. Ein Beispiel:

Lukas ist 27 Jahre alt und raucht seit acht Jahren. Im Job gibt es immer wieder Stress, er ärgert sich außerdem oft über seinen Kollegen. Durch das Rauchen einer Zigarette beruhigt er sich dann meist wieder etwas. Fachleute sprechen in so einem Fall von einem "negativen Verstärker": Ein unangenehmer Zustand (der Stress, beziehungsweise Ärger) wird durch das Rauchen beendet oder zumindest gebessert. Ob es sich dabei um eine gesunde oder wie im Falle des Rauchens ungesunde Strategie handelt, spielt für die Verstärkungswirkung der Zigarette keine Rolle. Vereinfacht gesagt kommt im Gehirn das Signal "Jetzt geht es mir besser" an und das Rauchen wird dadurch verstärkt. Das heißt, das Gehirn stellt sich darauf ein, es beim nächsten Mal wieder so zu machen. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrfach am Tag.

Am Nachmittag kann Tom sich öfters nicht mehr gut konzentrieren. Und auch hier setzt er die Zigarette als "Lösung" ein. Nach der Raucherpause steigt seine Konzentrationsleistung in der Regel. Ob dies an der Zigarette und/oder an der Auszeit liegt, ist dem Gehirn wieder egal – das Signal "Hat funktioniert" kommt im Gehirn an. Und so weiter.

Alternativen zum Rauchen entwickeln und dauerhaft rauchfrei bleiben

Durch die täglichen Wiederholungen, bekommt die Zigarette einen immer festeren Platz im Alltag der Raucherin oder des Rauchers. Deshalb ist es so wichtig, diese Zusammenhänge zu erkennen und dann gute Alternativen zur Bewältigung von Stress zu entwickeln. Und da gibt es ja so einige: Sport machen, Probleme direkt ansprechen, mit einer Freundin oder einem Freund telefonieren, sich ablenken oder entspannen – alles gesünder als zu rauchen. Und mit der Zeit gewöhnt sich auch das Gehirn an die "neuen Problemlöser". Für Mark Twain kommt diese Erkenntnis natürlich zu spät. Für alle heute Lebenden gilt: Ein dauerhafter Rauchstopp ist machbar, mehr Infos gibt es unter Werde rauchfrei.

     
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