Rauchen beeinflusst Erbgut des Kindes im Mutterleib

"Waiting" Adriane Gonka / jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc) http://creativecommons.org/licenses/by-nc/3.0/deed.de, http://www.jugendfotos.de/media/86820-waiting

Rauchen beeinflusst Erbgut des Kindes im Mutterleib

Mit einem kleinen grauen Punkt auf dem Ultraschallbild fängt es an. Das Wunder des Lebens beginnt. Im Mutterleib wird das Kind über die Nabelschnur mit allen Nährstoffen versorgt, die es zum Wachsen benötigt. Raucht eine schwangere Frau, nimmt das Ungeborene allerdings auch Giftstoffe aus Zigaretten auf. Dies kann einer aktuellen Studie zufolge sogar Spuren im Erbgut des Kindes hinterlassen.

Das Erbgut ist in jeder Zelle gespeichert. Darin enthalten sind die Gene. Das ist eine Art „Bauanleitung“ für den Menschen. Damit aus der befruchteten Eizelle später ein vollständiger Mensch wird, muss sich die Zelle noch viele Mal teilen und jede Zelle muss „wissen“, was sie werden soll. Das kann eine Muskelzelle, eine Gehirnzelle oder eine andere Körperzelle sein. Dafür müssen bestimmte Gene mal eingeschaltet oder ausgeschaltet werden.

Der Vorgang, der das Auslesen der Erbinformation steuert, wird „Epigenetik“ genannt. Studienleiterin Irina Lehmann und ihr Team haben herausgefunden, dass es durch das Rauchen zu Veränderungen in der Epigenetik kommt.

Nachweis im Nabelschnurblut

Epigenetische Zellveränderungen konnten sowohl bei den rauchenden Müttern als auch im Nabelschnurblut der neugeborenen Kinder nachgewiesen werden. Das Forschungsteam konnte zeigen, dass Tabakrauch zu einer Vielzahl von epigenetischen Veränderungen führt, und dadurch Gene betroffen sind, die unter anderem bei Diabetes, Fettleibigkeit oder sogar Krebs eine Rolle spielen.

Das Forschungsteam hat die epigenetischen Veränderungen noch mehrere Jahre nach der Geburt nachweisen können. Allerdings lässt sich nicht zweifelsfrei sagen, ob dies noch auf die vorgeburtlichen Einflüsse zurückgeht. „Kinder, die vor der Geburt schon mit Tabakrauch belastet sind, sind es meist auch nach der Geburt“, erklärt Studienleiterin Irina Lehmann.

Raucherinnen generell gefährdeter als Raucher

Für junge Frauen mag eine Schwangerschaft zwar noch in weiter Ferne liegen, Mädchen und Frauen sind jedoch generell stärker durch Tabakrauch gefährdet als Männer. So leiden die Atemwege von Raucherinnen schneller als die von Rauchern. Frauen, die rauchen, sind auch häufiger unfruchtbar als Nichtraucherinnen. Zudem erhöht sich das Risiko von lebensbedrohlichen Blutgerinnseln, wenn Frauen die Antibabypille nehmen und rauchen.


Quellen:

     
Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Related: