Rauchen gefährdet männliche Fruchtbarkeit

jugendfotos.de/Benjamin Eichler, CC-Lizenz

Rauchen gefährdet männliche Fruchtbarkeit

Schaffen sie es oder schaffen sie es nicht? Die erfolgreiche Befruchtung der Eizelle einer Frau hängt auch stark davon ab, wie fit die Spermien des Mannes sind. Zigarettenrauchen kann den männlichen Keimzellen aber erheblich schaden und die Fruchtbarkeit des Mannes gefährden.

Sie haben es nicht leicht, die Spermien. Aus eigener Kraft müssen sich die Keimzellen des Mannes bis zur Eizelle durchschlagen und ihre Hülle durchdringen. Im Körper der Frau steht den Spermien ein Marathon von bis zu zwei Stunden bevor, der zudem fast nur aufwärts geht. Von den etwa 300 Millionen Spermien, die gleichzeitig an den Start gehen, erreichen nur etwa 200 bis 300 das Ei. Das schaffen nur die fittesten unter den Spermien. Raucht der Mann, gehen viele Spermien schon mit Handicap an den Start.

In einem Übersichtsartikel hat ein chinesisches Forschungsteam die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Folgen des Rauchens auf die männliche Fruchtbarkeit zusammengestellt. Ihr Fazit: Die beim Rauchen aufgenommenen Schadstoffe können Spermien so stark schädigen, dass ein Mann unfruchtbar wird.

Jede Menge giftige Stoffe im Rauch

Über 4.800 Substanzen enthält der Rauch einer Zigarette. Rund 250 davon gelten als giftig oder krebserregend. Von den vielen bekannten giftigen Stoffen hat das Forschungsteam der Universität Shanghai nur drei herausgehoben, um beispielhaft zu verdeutlichen, welche Folgen das Rauchen für die Spermien hat.

Nikotin ist der wichtigste Wirkstoff im Tabak. Durch den Blutkreislauf verteilt er sich im ganzen Körper und gelangt so auch in den Hoden und schließlich in die Spermien.
Studien konnten einen direkten Einfluss von Nikotin auf die männliche Fruchtbarkeit nachweisen. Je stärker Spermien durch Nikotin belastet sind, desto geringer ist ihre Zahl, desto mehr nimmt ihre Beweglichkeit ab und desto mehr „abnormal geformte“ Spermien finden sich im Ejakulat des Mannes.

Schwermetalle wie Blei oder Cadmium, die ebenfalls mit jedem Zug an einer Zigarette eingeatmet werden, tragen zusätzlich dazu bei, dass Spermien an Beweglichkeit einbüßen und abnorme Formen annehmen.

Die im Zigarettenrauch enthaltenen Benzopyrene gelten zudem als „mutagen“. Das heißt, sie schädigen die Erbsubstanz der Spermien. Das beeinträchtigt nicht nur die Fitness der Spermien, sondern kann sich im schlimmsten Falle auch negativ auf die Entwicklung des werdenden Kindes auswirken.

Impotenz

Die Liste der schädlichen Auswirkungen auf die Spermien könnte fortgeführt werden. Das Rauchen hat aber noch eine weitere Auswirkung zur Folge, die eine Befruchtung womöglich von vornherein ausschließt: erektile Dysfunktion, besser bekannt als Impotenz. Denn Rauchen beeinträchtigt die Durchblutung, vor allem in den kleinen Gefäßen. Die ist aber notwendig, damit sich der Penis vollständig aufrichten kann.

Männer, wenn euch eure Gesundheit und die eurer Spermien lieb ist, hört auf zu rauchen oder fangt am besten gar nicht erst an. Hilfe beim Ausstieg bietet das Ausstiegsprogramm von rauchfrei.

 

Quellen:

Presseinformation Ruhr-Universität Bochum (28.03.03) http://www.pm.ruhr-uni-bochum.de/pm2003/msg00090.htm

Dai, J.-B., Wang, Z.-X. & Qiao, Z.-D. (2015). The hazardous effects of tobacco smoking on male fertility. Asian Journal of Andrology, 17, 1-7. http://www.ajandrology.com/preprintarticle.asp?id=150847

 

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