Rauchen macht abhängig: bei Jugendlichen noch schneller als bei Erwachsenen

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Rauchen macht abhängig: bei Jugendlichen noch schneller als bei Erwachsenen

Es ist auf einigen Zigarettenschachteln zu lesen und viele wissen es auch so schon: Rauchen macht abhängig. Je länger jemand raucht, desto schwieriger wird es für ihn oder sie, damit aufzuhören. Aber während man früher dachte, dass Menschen viele Jahre rauchen müssen, um davon abhängig zu werden, wissen Fachleute heute: Es geht schneller, als man denkt.

Erste Zeichen einer Abhängigkeit: schon nach fünf Monaten

Und Jugendliche werden sogar noch schneller abhängig vom Rauchen als Erwachsene. Das haben Wissenschaftler herausgefunden, die rauchende Jugendliche über längere Zeit immer wieder zum Thema Rauchen befragt haben. Fünf Jahre lang wurden sie alle drei bis vier Monate interviewt. So konnten die Forscher herausfinden, durch welche Phasen die Jugendlichen beim Rauchen gegangen sind – vom ersten Ausprobieren bis zum abhängigen Rauchen.

Interessant: Zeichen einer Abhängigkeit zeigten sich bei den Jugendlichen schon relativ früh. So berichteten sie schon 4,5 Monate, nachdem sie dem Rauchen begonnen hatten zu rauchen, über ein mehr oder weniger starkes Verlangen nach der Zigarette. Wenn sie also einmal eine Zeit lang nicht rauchten, zum Beispiel während einer langen Bahnfahrt oder einer Klausur, spürten sie den Drang danach.

Nach durchschnittlich elf Monaten zeigten sich bei den Jugendlichen Entzugssymptome – wenn sie mit dem Rauchen aufhören wollten oder einmal längere Zeit nicht geraucht haben. Zu den klassischen Entzugserscheinungen einer Tabakentwöhnung zählen Konzentrationsstörungen, Müdigkeit oder Gereiztheit.

Fachleute gehen davon aus, dass Erwachsene beim Rauchen durch die gleichen Phasen gehen, diese aber insgesamt länger dauern als bei den Jüngeren.

Klare Schlussfolgerungen aus der Studie: Eine Abhängigkeit entwickelt sich schnell und schleichend. Deshalb: möglichst bald aufhören oder gar nicht erst mit dem Rauchen anfangen. Schließlich gibt es auch Interessanteres zu tun als zu rauchen. Das finden zumindest die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unseres Fotowettbewerbs „Freihändig“. Die eingesendeten Bilder könnt ihr euch hier anschauen. Und Tipps für den Rauchstopp gibt es hier.

 

Quellen:

 

  • Batra, A.; Bilke-Hentsch, O.; (2016); Praxisbuch Sucht: Therapie der Suchterkrankungen im Jugend- und Erwachsenenalter. Stuttgart: Thieme

  • Gervais, A., O’Loughlin, J., Meshefedjian, G., Bancej, C., Tremblay, M. Milestones in the natural course of onset of cigarette use among adolescents. Can Med Assoc J. 2006;175:255–261

 

 

 

     
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