Rauchen verursacht Krebs – warum eigentlich?

Rauchen verursacht Krebs – warum eigentlich?

"Rauchen verursacht neun von zehn Lungenkarzinomen": So steht es auf vielen Zigarettenschachteln geschrieben. Gemeint ist damit Lungenkrebs. Aber auch andere Krebsarten werden vom Rauchen verursacht.

Viele Menschen wissen bereits, dass Rauchen zu Lungenkrebs führen kann, bestimmt auch die meisten von euch. Weniger bekannt ist, dass infolge des Rauchens auch das Risiko für andere Krebsarten steigt: zum Beispiel für Krebs im Mund-, Nasen- und Rachenraum, Kehlkopfkrebs oder auch Blasenkrebs. Dabei gilt: Je mehr und je länger jemand raucht, desto stärker steigt sein oder ihr Krebsrisiko an.

Aber warum ist das eigentlich so?

Verantwortlich für die krebserregende Wirkung des Rauchens sind bestimmte Stoffe im Tabakrauch: Ungefähr 90 Substanzen sind krebserzeugend oder stehen im Verdacht, Krebs zu erzeugen.
Was viele dieser Stoffe gemeinsam haben, ist übrigens auch ihr komplizierter Name. Hier drei Beispiele: Polyzyklische aromatischen Kohlenwasserstoffe, aromatische Amine und tabakspezifische N-Nitrosamine – alles krebserregende Substanzen und nur eine Auswahl der Giftstoffe im Rauch der Zigarette. Krebserregend bedeutet, dass die Stoffe das Erbgut von Körperzellen, auch DNA genannt, schädigen können. Aus Körperzellen können dadurch Krebszellen werden.

Die DNA ist wie eine Betriebsanleitung für die Zelle...

Unser Körper besteht aus vielen Körperzellen – alle mit eigenen Aufgaben. Manche sind dafür da, unsere Muskeln zu bewegen, andere helfen beim Verdauen von Speisen. Diese Aufgaben sind in der DNA der Zelle festgelegt, so dass jede Zelle "weiß", was sie zu tun hat. Die DNA ist also nicht nur Träger unserer Erbinformationen, sondern auch so etwas wie eine "Betriebsanleitung" für die Zelle.

Eine Ticket-Maschine außer Rand und Brand

Wenn die DNA beschädigt wird, hält die Zelle sich nicht mehr an ihre eigentlichen Aufgaben – und wächst: So entsteht Krebs. Eine englische Krebsforschungsorganisation (Cancer research UK) hat diesen Vorgang einmal mit folgendem Bild beschrieben:

Stellt euch vor, dass jemand in einem Café arbeitet und die Aufgabe hat, Kaffee in Tassen abzufüllen. Er bekommt für jeden Kaffee vorher einen Kassenbon und weiß dadurch, was er zu tun hat. Irgendwann geht aber die Maschine kaputt, die die Kassenbons erstellt – und produziert einfach wild ganz viele Bons. Und der Café-Mitarbeiter: Genau, der produziert ganz viele Tassen Kaffee. Die Ticket-Maschine steht für die DNA in der Körperzelle, die Tickets für das Signal an die Körperzelle zu wachsen.

Im Prinzip gibt es zwei Gründe für solche Fehler in der Betriebsanleitung von Zellen:

  • schädliche Substanzen wie zum Beispiel Alkohol und die Stoffe im Tabakrauch
  • natürliche Kopierfehler: Die Körperzellen erneuern sich nämlich ständig. Sie werden kopiert und dabei können – sozusagen natürlicherweise – Fehler auftreten.

Glücklicherweise gibt es in unserem Körper auch viele Reparatur-Prozesse, um solche "aus dem Ruder laufenden Ticket-Maschinen" schnell wieder zu reparieren. Leider werden diese Reparaturprozesse durch die Substanzen im Tabakrauch jedoch ebenfalls gestört.

Wer aufhört zu rauchen, sorgt für deutlich weniger krebserregende Stoffe in seinem Körper und senkt dadurch sein Krebsrisiko. Noch mehr Infos zum Thema "Rauchen und Gesundheit" findest du unter Dein Körper raucht mit.

 

Quellen:

www.cancerresearchuk.org
Deutsches Krebsforschungszentrum (Hrsg.): Durch Rauchen und Passivrauchen verursachte Krebserkrankungen Heidelberg, 2008

     
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