Wasserpfeifen können Kohlenmonoxid-Vergiftungen verursachen

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Wasserpfeifen können Kohlenmonoxid-Vergiftungen verursachen

Wer Wasserpfeife raucht, lebt gefährlich. Beim Rauchen einer Wasserpfeife werden zum Teil hohe Mengen Kohlenmonoxid eingeatmet. Dies kann zu schweren Vergiftungen führen, warnt die Uniklinik Leipzig.

Viele stufen Wasserpfeifen nicht als Rauchen ein. Sie verharmlosen das Gesundheitsrisiko und schätzen die Gefahren geringer ein als beim Zigarettenrauchen. Das ist eine verheerende Fehleinschätzung. „Der Raucher nimmt bei Wasserpfeifen genauso viel Teer und krebsauslösende Stoffe auf wie bei Zigaretten“, erklärt Karsten Kluba, Oberarzt in der Not- und Intensivstation an der Uniklinik Leipzig. Dort wurde erst kürzlich ein Patient mit einer Kohlenmonoxid-Vergiftung behandelt. Dieser hatte zuvor Wasserpfeife geraucht.

Beim Rauchen einer Wasserpfeife nehme der Körper teilweise bis zu 10-mal mehr Kohlenmonoxid auf als bei herkömmlichen Zigaretten. Mögliche Folge: Kohlenmonoxid-Vergiftung. Kohlenmonoxid ist ein geruch- und farbloses Gas und verdrängt den Sauerstoff an den roten Blutkörperchen. Dies kann einen lebensbedrohlichen Sauerstoffmangel hervorrufen. Die Symptome äußern sich in Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit, teilweise sogar Herz-Rhythmus-Störungen bis hin zur Bewusstlosigkeit.

Das sind alles Erscheinungen, die auch bei anderen Krankheiten vorkommen. Die Wasserpfeife wird deshalb oft nicht als Ursache erkannt. Dies sei aber notwendig, um eine richtige Therapie mit reinem Sauerstoff einzuleiten, und zwar innerhalb der ersten vier Stunden. Ansonsten drohen Spätschäden wie Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und Gleichgewichtsprobleme.

Unfall nach dem Rauchen von Wasserpfeifen

Die Uniklinik in Leipzig macht jetzt verstärkt auf die Gefahr einer Kohlenmonoxid-Vergiftung aufmerksam. Auch in der Vergangenheit kam es bereits zu lebensgefährlichen Situationen nach dem Konsum von Wasserpfeifen. Im Jahr 2013 wurde einem Autofahrer während der Fahrt übel, woraufhin er von der Fahrbahn abkam und gegen eine Laterne prallte. Zuvor war er in einer Shisha-Bar. Eine Blutuntersuchung konnte einen erhöhten Kohlenmonoxid-Gehalt bei ihm nachweisen. Die Feuerwehr hatte daraufhin auch in der betreffenden Shisha-Bar Messungen vorgenommen und einen erhöhten Kohlenmonoxid-Gehalt in der Luft festgestellt. Sieben weitere Gäste mussten in ein Krankenhaus. Zwei kamen in eine Druckkammer, um die Konzentration von Kohlenmonoxid im Blut zu senken.

Das Rauchen von Wasserpfeifen kann weitere Gesundheitsschäden nach sich ziehen. Das enthaltene Nikotin und andere giftige Stoffe wie Teer können zu Mund- und Lungenkrebs führen. Wenn mehrere Personen am gleichen Mundstück ziehen, können auch Keime übertragen werden, die Lippenbläschen (Herpes), Gelbsucht (Hepatitis) oder die Lungenkrankheit Tuberkulose auslösen. Der beste Schutz ist daher, gar keine Wasserpfeifen zu rauchen.

Quellen:

Pressemitteilung Universitätsklinikum Leipzig (02.6.2015) http://www.uniklinikum-leipzig.de/r-pressemitteilungen.html?modus=detail&pm_id=5736

ÄrzteZeitung (27.4.2015) Ähnlich schädlich wie Zigaretten: Gefahr von Shishas wird unterschätzt. http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/suchtkrankheiten/article/884453/aehnlich-schaedlich-zigaretten-gefahr-shishas-unterschaetzt.html

Frankfurter Rundschau (13.4.2013) Kohlenmonoxid-Unfall Stadt schließt Shisha-Bar.
http://www.fr-online.de/wiesbaden/kohlenmonoxid-unfall-stadt-schliesst-shisha-bar,1472860,22358158.html

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