Gruppe Schüler in Schulgang unterhält sich

BZgA

„Wenn ich will, kann ich jederzeit aufhören zu rauchen.“ Wirklich?

„Ich könnte, wenn ich wollte. Aber ich will gerade nicht“: So oder so ähnlich äußern sich viele Raucherinnen und Raucher, wenn es um das Thema „Rauchstopp“ geht. Dass ihr Tabakkonsum ungesund ist, wissen die allermeisten von ihnen. Deshalb beruhigt der Gedanke, jederzeit einfach damit aufhören zu können, natürlich erst einmal. Und viele Raucherinnen und Raucher möchten in der näheren Zukunft auch tatsächlich ihre letzte Zigarette ausdrücken und ab dann rauchfrei leben.

Es gibt da allerdings zwei Probleme:

Erstens: Viele von ihnen verschieben den Rauchstopp immer weiter in die Zukunft – nach dem Motto „Schließlich kann ich im nächsten Jahr auch noch aufhören“. Ihr Körper wird also durch das Rauchen länger geschädigt.

Und zweitens: Je länger jemand raucht, desto abhängiger wird er oder sie von der Zigarette. Mit anderen Worten: Es wird mit der Zeit immer schwerer, mit dem Rauchen aufzuhören.

Studie: 95 Prozent wollen aufhören…

Eine Untersuchung aus Kalifornien hat gezeigt, wie viele Raucherinnen und Raucher sich verschätzen, wenn sie sagen: „Demnächst höre ich auf“. Rauchende Jugendliche wurden gefragt, ob sie in fünf Jahren immer noch rauchen wollten. Nur fünf Prozent von ihnen antworteten mit: „Ja“. Die restlichen 95 Prozent hatten also vor, bis dahin mit dem Rauchen aufzuhören.

Acht Jahre später

Acht Jahre später befragten die Wissenschaftler die (inzwischen erwachsenen) Studienteilnehmer dann ein weiteres Mal. Das Ergebnis erstaunte sie. Denn 75 Prozent der Befragten rauchten immer noch! Es haben also nur ein Viertel der Befragten ihren Rauchstopp in die Tat umgesetzt und nicht die 95 Prozent, die dies eigentlich vorhatten.

Fazit: „Jederzeit mit dem Rauchen aufhören können“ ist nur dann ein hilfreicher Gedanke, wenn man den Rauchstopp möglichst bald angeht. Und für alle, die nicht rauchen (übrigens die große Mehrheit der Jugendlichen), gilt: besser erst gar nicht damit anfangen.

In der nächsten News geht es darum, dass Jugendliche vom Rauchen schneller abhängig werden als Erwachsene.


Quellen:

  • Batra, A.; Bilke-Hentsch, O.; (2016); Praxisbuch Sucht: Therapie der Suchterkrankungen im Jugend- und Erwachsenenalter. Stuttgart: Thieme
  • Sussman S, Dent CW, Severson H, Burton D, Flay BR. Self-initiated quitting among adolescent smokers. Preventive Medicine. 1998b;27:A19–A28.
     
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