WHO will rauchfreie Filme für Jugendliche

Hanna Urschler / jugendfotos.de, CC-Lizenz (by-nc)

WHO will rauchfreie Filme für Jugendliche

Rauchen kann ansteckend sein. Klingt simpel, ist aber wissenschaftlich belegt. Die Weltgesundheitsorganisation fordert deshalb rauchfreie Filme für Jugendliche.

Mr. Spock hat uns gewarnt: „Hört jetzt mit dem Rauchen auf!“ Der Schauspieler Leonard Nimoy, der durch seine Rolle als Vulkanier in der US-Serie „Raumschiff Enterprise“ bekannt wurde, starb kurze Zeit später an den Folgen des Rauchens. Während viele Schauspielerinnen und Schauspieler wie Anne Hathaway, Sean Penn oder Colin Farrell im echten Leben tatsächlich aufgehört haben zu rauchen, wird auf der Leinwand allerdings immer noch weiter gequalmt. 

Rauchen in Spielfilmen nimmt zu

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt in ihrer aktuell veröffentlichten Publikation „Smoke-free movies“ fest, dass gerade in den letzten Jahren das Rauchen in Spielfilmen zugenommen habe. In etwa der Hälfte aller Hollywood-Filme wird geraucht und viele dieser Filme richten sich gezielt an ein jugendliches Publikum.

Für die WHO steht fest, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Anstieg an Rauchszenen in Spielfilmen und den zunehmenden Werbebeschränkungen für Tabakwaren. Sprich: Weil es nicht mehr möglich ist, Werbespots im Fernsehen zu zeigen, nehmen Tabakhersteller Einfluss auf die Filmindustrie, um ihre Produkte darin unterzubringen.

Filme sind „effektive“ Werbeträger

Nach Meinung der WHO sind Spielfilme besonders „effektiv“, also wirksam darin, Werbebotschaften zu vermitteln. Spielfilme erreichen praktisch jeden Winkel dieser Erde. Filme würden zudem die Illusion erzeugen, den Leinwandhelden ganz nahe zu sein. Das Publikum entwickelt eine so genannte „para-soziale“ Beziehung. Meist identifiziert es sich mit der Hauptfigur des Films und fühlt mit ihr. Raucht diese Figur, wird auch das Rauchen als etwas Positives wahrgenommen.

Filme liefern oft auch eine phantasierte Vorstellung von einem aufregenden Leben. Gerade Jugendliche seien hierfür empfänglich, erläutert die WHO. Da sei es nur naheliegend, dass sie das, was sie auf der Leinwand sehen, im echten Leben nachahmen wollen. 

Eine Vielzahl an Studien hat eben dies belegt: Je mehr Filme ein Jugendlicher gesehen hat, in denen geraucht wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er oder sie anfängt zu rauchen. Es gilt als erwiesen, dass Filme zum Raucheinstieg bei Jugendlichen beitragen. Die WHO fordert deshalb, dass Filme vollständig rauchfrei sein sollen, wenn diese für Jugendliche freigegeben sind. Das bedeutet: Keine Rauchszenen und keine Abbildung von Tabakprodukten. 

Quelle:

  • World Health Organization (2015). Smoke-free movies: from evidence to action. Third edition. apps.who.int;
     
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