Rauchen und das neuartige Coronavirus: Antworten auf häufige Fragen

Die Krankheit Covid-19 – oft als „Corona“ bezeichnet – breitet sich gerade weltweit aus. Weil das auslösende Virus neu ist und aktuell intensiv erforscht wird, können sich Informationen schnell ändern. Es kursieren viele Gerüchte und falsche Infos zu dem Thema. Antworten auf eure Fragen sowie zuverlässige und aktuelle Infos gibt es hier, unter www.infektionsschutz.de und auf der neuen Seite Zusammen gegen Corona des Bundesministeriums für Gesundheit. 

Woher kommt der Name der Krankheit („Covid-19“)?

Die Krankheit wurde zum ersten Mal im Jahr 2019 in China (Wuhan) beschrieben. Der Name Covid-19 geht auf die englische Bezeichnung „Coronavirus Disease 2019“ zurück, was im Deutschen so viel heißt wie „Coronavirus-Krankheit 2019“.

Wie wird die Krankheit übertragen?

Das Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg scheint die Tröpfcheninfektion zu sein. Das bedeutet: Das Virus wird über Tröpfchen in der Atemluft übertragen. Auch eine Übertragung über die Hände, die mit der Mund- oder Nasenschleimhaut sowie mit der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden, ist prinzipiell nicht ausgeschlossen.

Worauf sollte ich jetzt besonders achten?

Im Moment ist es das Wichtigste, möglichst viel zu Hause zu bleiben und Abstand zu halten. Dadurch helft ihr, dass sich das Virus langsamer verbreitet, um so die Versorgung schwer kranker Patienten sicherzustellen. Infos zu Regeln, Einschränkungen und Lockerungen findet ihr hier.

Viele weitere Informationen findet ihr unter www.infektionsschutz.de

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen dem Rauchen und dem neuartigen Coronavirus bzw. Covid-19?

Einige Personengruppen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung Covid-19. Dazu gehören möglicherweise auch Raucherinnen und Raucher. Ob sie sich auch häufiger mit dem neuartigen Coronavirus anstecken, ist aktuell noch nicht klar. Allerdings weiß man aus älteren Studien, dass Rauchen das Immunsystem schwächen und die Anfälligkeit für Atemwegsinfekte erhöhen kann.

Diese Personengruppen sind gefährdeter für einen schwereren Krankheitsverlauf:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für einen schweren Verlauf ab etwa 50 bis 60 Jahren)
  • Menschen mit starken Übergewicht
  • und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
  • des Herzens und der Lunge
  • chronischen Lebererkrankungen
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • einer Krebserkrankung
  • geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Cortison)

(Quelle: www.infektionsschutz.de)

Trotz des erhöhten Risikos für einen schwereren Verlauf der Erkrankung bei diesen Personengruppen können schwere Krankheitsverläufe auch bei anderen Menschen ohne Vorerkrankung auftreten und sind auch schon bei jüngeren Patienten beobachtet worden.

Welche Erklärungen gibt es dafür, dass an Covid-19 erkrankte Raucherinnen und Raucher möglicherweise häufiger einen schweren Krankheitsverlauf haben?

Rauchen steht in enger Verbindung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und schädigt zudem die Atemwege. Das führt dazu, dass unter anderem das Risiko für ernste Atemwegserkrankungen wie Lungenkrebs, Tuberkulose und COPD steigt. Außerdem gilt Rauchen auch als Risikofaktor für Infektionen der unteren Atemwege. Das neuartige Coronavirus greift ebenfalls das Atemwegssystem an. Eine mögliche Erklärung für den evenutell schwereren Krankheitsverlauf könnte darin bestehen, dass die Abwehrkräfte der Lunge durch das Rauchen geschwächt werden, sodass sie die neuartigen Coronaviren nicht so gut bekämpfen können.

Gibt es besondere Verhaltensregeln für Raucherinnen und Raucher?

Weil die Krankheit über Tröpfchen in der Atemluft übertragen wird, sollten Raucherinnen und Raucher darauf achten, nicht mit anderen Personen zusammenzustehen und zu rauchen. Das gilt auch für das gemeinsame Dampfen von Wasserpfeifen oder Shishas. Bei der Wasserpfeife ist das Übertragungsrisiko natürlich noch einmal deutlich größer, wenn das gleiche Mundstück verwendet wird.

Deshalb: Raucherinnen und Raucher sollten jetzt auf gemeinsames Rauchen mit anderen verzichten. Auch Wasserpfeifen sollten nicht mehr gemeinsam genutzt werden.

Außerdem berühren Raucherinnen und Raucher beim Ziehen an der Zigarette häufiger mit den Fingern ihren Mund. Auch dabei besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko.

Auch Passivrauchen ist gesundheitsschädlich. Dieser Hinweis ist umso wichtiger wenn alle viel mehr Zeit zu Hause verbringen. In geschlossenen Räumen sollte gar nicht geraucht werden. Auch Lüften reicht nicht aus, um sich von den giftigen Stoffen des Tabakrauchs fernzuhalten, ebenso wenig das Rauchen am offenen Fenster. Weitere Informationen zum Thema Passivrauchen findet ihr hier.

Und natürlich ist ein Rauchstopp immer empfehlenswert.

Lohnt sich jetzt ein Rauchstopp?

Hier gilt: Je länger die letzte gerauchte Zigarette zurückliegt, desto deutlicher zeigen sich positive Effekte. Risiken für schwere Folgeerkrankungen des Rauchens nehmen mit der Zeit nach und nach ab. Das ist auch der Grund dafür, warum man den Plan Rauchstopp nicht ständig verschieben sollte. Stattdessen lieber möglichst bald und konsequent aufhören!

Einige der positiven Veränderungen ergeben sich jedoch schon in den ersten Wochen nach einem Ausstieg. So merken viele schon nach kurzer Zeit, dass ihnen zum Beispiel beim Treppensteigen die Puste nicht mehr so schnell ausgeht und sie besser riechen können.

Ein sofortiger Effekt des Rauchstopps: Das höhere Virus-Übertragungsrisiko, das beim Rauchen durch Berührungen der Finger mit dem Gesicht entsteht, fällt weg.

Worauf sollte ich achten, wenn ich jetzt mit dem Rauchen aufhören möchte?

Bei den meisten Raucherinnen und Rauchern ist das Rauchen mit bestimmten Gewohnheiten verbunden. Einige Menschen rauchen beispielsweise vor allem in Pausen oder beim Warten, andere „immer nach dem Essen“. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus verändert sich aber gerade jetzt bei vielen der Tagesablauf. Gleichzeitig haben wir nun auch mehr Zeit. Mehr Zeit, zum Beispiel, sich Gedanken über die eigenen Rauchgewohnheiten zu machen – und eine neue Tagesstruktur zu schaffen, bei der die Zigarette keine Rolle mehr spielt.

Dabei unterstützt euch unsere Aktion rauchfrei-Challenge bei der es sogar was zu gewinnen gibt. Hier geht es direkt zur Aktion.

Außerdem hilfreich: Unsere Tipps unter Werde rauchfrei und die erfahrenen Beraterinnen und Berater der BZgA-Telefonberatung zur Rauchentwöhnung. Sie steht euch montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr unter 0 800 8 31 31 31 * zur Verfügung.

* kostenfreie Servicenummer


Autoren und Quellenangaben

Arcavi L & Benowitz NL (2004) Cigarette smoking and infection. Arch Intern Med 164: 2206–2216

Stämpfli MR & Anderson GP (2009) How cigarette smoke skews immune responses to promote infection, lung disease and cancer. Nat Rev Immunol 9: 377–384

2020. Robert Koch-Institut. SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19). Abgerufen am 22.03. 2020; von: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText2

2020. World Health Organization Regional Office For The Eastern Mediterranean. Tobacco and waterpipe use increases the risk of suffering from COVID-19. Abgerufen am 22.03. 2020; von: http://www.emro.who.int/tfi/know-the-truth/tobacco-and-waterpipe-users-are-at-increased-risk-of-covid-19-infection.html

Huang C, Wang Y, Li X, Ren L, Zhao J, Hu Y, et al. (2020). Clinical features of patients infected with 2019 novel coronavirus in Wuhan, China. Lancet. London, England