Kinderarbeit im Tabakanbau

Kinderarbeit im Tabakanbau

Schonmal davon gehört, dass bei der Herstellung von Tabak Kinderarbeit ein Problem ist? Wir haben euch auf der Straße gefragt, was man dagegen tun kann und ob ihr glaubt, dass die Kinderarbeit für Raucher und Raucherinnen ein gutes Argument sein könnte, das Rauchen aufzugeben. Was ihr dazu denkt und was es so über Kinderarbeit im Tabakanbau zu wissen gibt, könnt ihr hier nachlesen.

 

Wusstest du, dass hinter dem Anbau von Tabak häufig Kinderarbeit steckt? Was denkst du, in welchen Ländern das der Fall ist?

Wie ließe sich Kinderarbeit deiner Meinung nach eindämmen?

Meinst du, dass Kinderarbeit auch ein Argument für einen Rauchstopp sein könnte? Und was könnten andere Faktoren sein?

Was können zum Beispiel junge Menschen in Deutschland tun, um auf Kinderarbeit in anderen Ländern aufmerksam zu machen?

Info

Kinderarbeit ist im Tabakanbau immer noch verbreitet

So arbeiten zum Beispiel Kinder in Brasilien, Indien, Indonesien, Malawi, Uganda, Kenia  aber auch in den USA auf Tabakplantagen. Eine vollständige Liste der Länder findet ihr hier. In diesen Ländern sind die klimatischen Bedingungen so günstig, dass sich scheinbar ein Tabakanbau lohnt und es gibt keine oder lückenhafte Gesetze gegen Kinderarbeit oder die Gesetze werden einfach nicht durchgesetzt. Mehr dazu könnt ihr auch in diesem Beitrag zum Thema Kinderarbeit lesen.

Nicht  nur das Rauchen sondern auch die Produktion ist gefährlich

Leider ist nicht nur das Rauchen sondern auch die Ernte von Tabakpflanzen gesundheitsschädlich. Laut dem Verein Earthlink e.V. nehmen Menschen, die im Tabakanbau arbeiten, an einem Tag 54 Milligramm Nikotin über die Haut auf. Das entspricht dem Konsum von 50 Zigaretten.

Da ist es natürlich kein Wunder, dass die Kinder ähnliche Probleme haben wie Raucher und Raucherinnen: Husten, Atembeschwerden und Lungenentzündungen bis hin zu Krebs.
Hier kannst du dich über die Folgen von Rauchen und Passivrauchen, aber auch über die Inhaltsstoffe von Tabak informieren.

Siegel für fair gehandelten Tabak ohne Kinderarbeit?

Ein „Fair Trade“-Siegel wird den Rauchern und Raucherinnen das schlechte Gewissen nicht nehmen können, denn der Verein TransFair e.V., der das Siegel „Fairtrade“ vergibt,  weist darauf hin, dass eine solche Kennzeichnung für Tabak nicht möglich ist, denn Tabak kann weder aus sozialer noch aus gesundheitlicher oder ökologischer Sicht als nachhaltiges oder ethische vertretbares Produkt bezeichnet werden.

Politische Maßnahmen gegen Kinderarbeit

Cedric meint, dass Handelssanktionen gegen die Länder und Hersteller die Kinderarbeit zulassen ein sinnvolles Mittel wären. Hierzu sind sich aber Experten und Expertinnen nicht ganz einig. Handelssanktionen könnten zum Beispiel bedeuten, dass die EU die Einfuhr von Tabakwaren aus Brasilien verbietet oder einschränkt, weil man weiß, dass dort immer noch Kinder auf Tabakplantagen arbeiten.

Das könnte natürlich die betreffenden Länder unter Druck setzen aber man sollte auch nicht vergessen, dass die Armut in diesen Ländern so groß sein muss, dass die Familien auf die Arbeit der Kinder angewiesen sind. Wenn die ganzen Plantagen die Kinder nun rausschmeißen, kann das schlimme Konsequenzen für die Kinder und deren Familien haben.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil im Kampf gegen Kinderarbeit ist sicherlich eine gute Bildung. Aber auch diese Lösung funktioniert nur, wenn es in dem Land dann auch Jobs gibt, in denen man gut gebildet sein muss. Einen ausführlichen Artikel über das Thema politische Maßnahmen findet ihr hier.

Was können einzelne Personen gegen Kinderarbeit tun?

Kinderarbeit einzudämmen, ist natürlich eine zu große Aufgabe für einen Menschen allein. Aber natürlich können wir alle kleine Dinge tun, um gegen Kinderarbeit zu kämpfen.

Ein erster Schritt ist es, sich zu informieren in welchen Produkten Kinderarbeit steckt und zu gucken, ob es vielleicht Siegel gibt, die garantieren, dass ein Produkt ohne Kinderarbeit hergestellt wurde. Auf dieser Seite kannst du dich darüber informieren.

In einem zweiten Schritt könnte man auch in Vereinen und Gruppen mitmachen, die aktiv gegen Kinderarbeit kämpfen.

Kinderarbeit ein gutes Argument das Rauchen zu lassen?

Natürlich kann man aber auch Konsumenten und Konsumentinnen von Produkten aus Kinderarbeit darauf hinweisen, was sie da gerade konsumieren. Die meisten Raucherinnen und Raucher wissen wahrscheinlich gar nicht, dass in Tabakprodukten Kinderarbeit steckt oder verdrängen es.

Es macht aber meistens keinen Sinn andere belehren zu wollen oder sich deswegen zu streiten. Am Ende muss jeder und jede Person so etwas selbst für sich entscheiden.

Michelle weist darauf hin, dass neben den Gesundheitsschäden und dem Wissen um Kinderarbeit auch die Umweltschädlichkeit von Tabak ein gutes Argument zum Aufhören sein könnte. Mehr dazu könnt ihr hier nachlesen.

Fast Fashion und Kinderarbeit

Michelle hat in diesem Zusammenhang auch die sogenannte „Fast Fashion“ erwähnt. Fast Fashion bezeichnet ein Geschäftsmodell, wo Klamottenfirmen ständig und laufend ihr Kollektionen (also das Angebot von T-Shirts, Hosen etc.) verändern sodass die Menschen immer häufiger neue Klamotten kaufen denn was gestern noch „in“ war ist heute schon „alt“ oder „out“.

Damit das funktioniert, müssen Klamotten immer günstiger werden damit es sich möglichst viele leisten können, ständig neue Klamotten zu kaufen. Und die Kleidung ist so günstig, weil sie häufig unter schlimmen Arbeitsbedingungen und teilweise durch Kinderarbeit hergestellt wird.

Falls du dich näher dazu informieren willst, findest du hier einen interessanten Artikel dazu.

 

 

 

 

 

 

     
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Anna Frey & Dr. Sandra Herrmann