Rauchfreie Küsse schmecken besser

Rauchfreie Küsse schmecken besser

So ein Kuss ist schon faszinierend: Es beginnt mit einer Berührung der Lippen. Dort sitzen viele Nervenzellen, die sogleich die eintreffenden Informationen an das Gehirn weiterleiten und melden.

So fühlt sich der andere Mund an – und so schmeckt und riecht der Kuss. Im Gehirn werden dabei jede Menge weitere Botenstoffe produziert, die (meist) ein wohliges Gefühl auslösen.

Wer küsst schon gerne einen Aschenbecher?

Getrübt werden kann die Freude, wenn der Kuss nicht schmeckt oder der Atem fies riecht – etwa weil jemand vorher Kaffee getrunken, sich länger nicht die Zähne geputzt oder aber geraucht hat. „Rauchen ist out, weil mir vor einem stinkenden Raucherkuss ekelt“, lautet zum Beispiel auch ein Kommentar von euch, der auf unserer In&Out-Liste  zu finden ist. Auffällig: Auf der Liste stehen zahlreiche Argumente gegen das Rauchen, bei denen es um das Schmecken und Riechen geht.

Auch Kaugummis helfen meist nicht gegen bitteren Zigarettengeschmack und -geruch. Jemand, der erst vor kurzem mit dem Rauchen aufgehört hat, kann da übrigens ganz besonders empfindlich sein, da sich nach dem Rauchstopp die Geschmacksnerven erholen und man auch wieder besser riechen kann. Verständlich, dass der Tabakgeschmack und der Zigarettengeruch dann viel intensiver und unangenehmer wahrgenommen werden als vorher. Und vielen fallen nach dem Rauchstopp auch noch mehr die gelben Zahnverfärbungen durch das Rauchen auf. Noch ein Grund, warum rauchfreie Küsse einfach angenehmer sind.

Rauchen: Stört nicht nur beim Küssen

Kuss ist nicht gleich Kuss. So gibt es zum Beispiel Freundschaftsküsse und solche, die sich Familienmitglieder untereinander geben. Und dann gibt es noch: erotische Küsse. Dabei spielt das (Nicht-) Rauchen eine ganz besondere Rolle. Die Zigarette kann Erotik und Sexualität nämlich empfindlich stören, wie die folgenden Fakten zeigen.

Rauchen kann zu Erektionsproblemen beitragen

Und das kommt so: Eigentlich sollten sich Blutgefäße ja flexibel ausdehnen und zusammenziehen können – je nachdem, mit wie viel Blut sie gerade gefüllt sind. So wie ein Gartenschlauch, nur viel weicher und elastischer.

Die Giftstoffe des Tabakrauchs greifen die Innenwände der Blutgefäße im Körper an und verhärten sie. Dadurch werden sie weniger elastisch. Das Blutgefäß kann sich dann nicht mehr so leicht verengen und erweitern. Das trifft auch auf die Blutgefäße im Penis zu. Dadurch wird der zeitweilige Anstieg der Durchblutung, der für eine Erektion (Anschwellen des Penis) notwendig ist, erschwert und es können Erektionsprobleme entstehen. Je mehr ein Mann raucht, umso höher ist sein Risiko für Erektionsprobleme.

Rauchen beeinträchtigt die Fruchtbarkeit von Frauen und Männern

Rauchende Frauen sind häufiger unfruchtbar als Nichtraucherinnen. Die Inhaltsstoffe des Tabaks stören sowohl die Entwicklung der Eizellen als auch die Produktion von Schwangerschaftshormonen. Außerdem erschweren sie die Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter. Dadurch sinken die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft.

Auch bei Männern verteilen sich die Giftstoffe des Tabakrauchs im gesamten Körper . Darüber gelangen sie in den Hoden und wirken sich dort negativ auf die Produktion der Spermien aus. Die Folge: Die Spermien von rauchenden Jungen und Männern sind oft kleiner und weniger beweglich. Das kann die Fruchtbarkeit mindern.

Fazit: Zigarettenrauch stört nicht nur beim Küssen, sondern kann auch Fruchtbarkeit und Potenz beeinträchtigen. Dagegen hilft: rauchfrei werden  bzw. rauchfrei bleiben .

Das könnte dich ebenfalls interessieren:

Rauchen und Schwangerschaft

Rauchen und die Pille

 

Quellen:

Harlev, A., Agarwal, A., Gunes, S.-O., Shetty, A., & Du Plessis, S.-S. (2015). Smoking and Male Infertility: An Evidence-Based Review. The world journal of men's health 33 (3), 143–160.

Millett C., Wen LM., Rissel C. et al. (2006). Smoking and erectile dysfunction: findings from a representative sample of Australian men Tob Control, 15, 136-139.

Shiri R., Häkkinen J., Koskimäki J. et al. (2006). Smoking causes erectile dysfunction through vascular disease Urology 68, 1318-1322.

Soares, S.R., & Melo, M. A. (2008). Cigarette smoking and reproductive function. Curr Opin Obstet Gynecol, 20, 281-291.

     
Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Related:

Autoren und Quellenangaben

Autoren:

Anna Frey & Dr. Sandra Herrmann