Ab und zu auf Partys rauchen: Das kann ja nicht so schilmm sein. Oder?

Ab und zu auf Partys rauchen: Das kann ja nicht so schilmm sein. Oder?

Je mehr und je häufiger jemand raucht, umso schlechter für seine Gesundheit. Da könnte man – fast – auf die Idee kommen, dass „nur ab und zu eine zu rauchen“, nicht so gefährlich ist. Und tatsächlich denken das einige Menschen. Ein riskanter Irrtum, denn:

Schon eine Zigarette am Tag erhöht das Risiko für eine Herzkrankheit

Zu diesem Ergebnis kam eine Studie, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde. Regelmäßig eine Zigarette pro Tag zu rauchen, verdoppelt das Risiko für eine Herzkrankheit. Das Risiko für einen Schlaganfall steigt sogar um das Dreifache. Der Grund: Die Giftstoffe im Tabakrauch greifen die Blutgefäße an. Unter anderem entstehen Ablagerungen in den Gefäßen. Dadurch werden diese enger und es kann – durch größere Ablagerungen – sogar zu einem Verschluss kommen. Dann wird ein Blutgefäß blockiert. Wenn dies in einem Gefäß im Gehirn passiert, kann es zu einem Schlaganfall kommen, im Herzen zu einem Herzinfarkt.

 

Auch das Krebsrisiko steigt schon bei wenigen Zigaretten

Beim Verbrennen von Tabak entstehen krebserzeugende Substanzen, die erst in die Lunge und dann über den Blutkreislauf zu anderen Organen gelangen. Der Krebsinformationsdienst sagt hier klipp und klar: „Auch wer wenig raucht, hat statistisch ein höheres Risiko als ein Nichtraucher“.

 

Auch wenig rauchen, schadet also der Gesundheit. Das Motto des diesjährigen Weltnichtrauchertages lautet übrigens: Rauchen und Lungengesundheit. Der Weltnichtrauchertag findet in jedem Jahr am 31. Mai statt. Er wurde erstmals 1987 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen. Seitdem wird jedes Jahr am letzten Tag des Monats Mai verstärkt auf die Gefahren des Rauchens aufmerksam gemacht.

 

Doch damit nicht genug. Es gibt noch mehr Gründe gegen das „Ab und zu rauchen“.

Wer eine Zigarette geraucht hat, riecht nach…? Genau, nach Zigarette. „Mal eben“ eine geraucht und schon riecht man stundenlang nach Tabak. Und das nicht nur aus dem Mund, auch auf den Haaren und der Kleidung setzt sich der Zigarettengeruch fest. Wer einen guten Atem haben möchte und aus diesem Grund nach dem Rauchen ein Kaugummi kaut, riecht nach einem Gemisch aus Tabak und Pfefferminz. Auch nicht viel besser.

 

Rauchen als Coolness-Faktor? Stimmt auch schon lange nicht mehr, wie unsere Zahlen zeigen. Nichtrauchen ist im Trend.

Außerdem: Wer ab und zu eine Zigarette raucht, kann auch leichter auf die Idee kommen, andere Produkte auszuprobieren, eine Wasserpfeife oder eine E Zigarette zum Beispiel. Und die sind ebenfalls: schlecht für die Gesundheit.

Was noch gegen das seltene Rauchen spricht: Schneller als manche glauben, wird aus der gelegentlichen Zigarette ein regelmäßiges Rauchen. Denn:

 

Rauchen macht abhängig

Und das bedeutet, dass man es immer schlechter steuern kann, wie viel und ob man überhaupt noch rauchen möchte. So gut wie jeder abhängige Raucher und jeder abhängige Raucherin hat einmal mit gelegentlichem Rauchen begonnen – bis es dann schleichend immer mehr wurde: Erst nur auf Partys, dann auch zum Feierabend und später dann: mehrmals am Tag. Selber ist ihnen die Steigerung meist nicht bewusst gewesen. Mehr zu dem Thema findest du unter Einstieg, Gewöhnung und Abhängigkeit.

 

Weitere Infos über die Auswirkungen des Rauchens auf die Gesundheit gibt es unter Dein Körper raucht mit.

 

Quelle: Hackshaw Allan, Morris Joan K, Boniface Sadie, Tang Jin-Ling, Milenković Dušan. Low cigarette consumption and risk of coronary heart disease and stroke: meta-analysis of 141 cohort studies in 55 study reports BMJ 2018; 360 :j5855

www.krebsinformationsdienst.de

     
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