Belastungen durch Rauchen im Auto dreimal höher als WHO-Grenzwerte

Belastungen durch Rauchen im Auto dreimal höher als WHO-Grenzwerte

Das Rauchen im Auto erhöht das Risiko an Herz- und Lungen-Krankheiten zu erkranken. Sowohl Fahrer wie auch Beifahrer sind durch die krebserregenden Feinstaubpartikel einer gravierenden Gesundheitsgefahr ausgesetzt. Angaben der Forscher um Sean Semple von der Universität Aberdeen (Schottland) zufolge übersteigt die Belastung sogar das Dreifache der von der World Health Organization (WHO) ermittelten Grenzwerte.

Einer Milliarde Menschen droht in diesem Jahrhundert der Tod durch Tabak. Damit ist das Rauchen die am ehesten zu vermeidende Todesursache der Welt. Raucherinnen und Raucher beeinträchtigen nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die ihrer Mitmenschen. Passivrauchen ist ebenso gesundheitsgefährdend wie aktives Rauchen, erst recht in Autos. So fand das Forschungsteam an der Universität Aberdeen heraus, dass die Feinstaubpartikelbelastung in Autos, in denen geraucht wurde, bei 85 Mikrogramm pro Kubikmeter lag. Der Grenzwert der WHO hingegen liegt hingegen bei 25 Mikrogramm.

Die Feinstaubpartikel können tief in die Lunge eindringen und erhöhen das Krebsrisiko um ein Vielfaches, da die Luft im Auto nicht genügend zirkulieren kann. Dies hat eine konzentrierte Menge der krebserregenden Stoffe zur Folge. Bei einer Fahrt konnten Sean Semple und seine Kollegen zwischenzeitlich sogar eine Konzentration von 880 Mikrogramm messen. Bei den Fahrten, bei denen nicht geraucht wurde, lag die durchschnittliche Belastung bei lediglich 7,4 Mikrogramm.

Darüber hinaus kann das Rauchen von Zigaretten in Autos auch zu Unfällen und Unachtsamkeit führen. Um all diesen Risiken vorzubeugen, haben mehrere Staaten wie Kanada, Australien, Südafrika und Griechenland das Rauchen im Auto bereits verboten, zumindest wenn Kinder im Fahrzeug sitzen. In Griechenland wird ein Verstoß mit einer Strafe von bis zu 1.500 Euro geahndet. Denn Kinder leiden unter der Feinstaubbelastung besonders, da sie schneller atmen und ein weniger entwickeltes Immunsystem haben.
Auch im deutschsprachigen Raum wird ein Rauchverbot im Auto seit Jahren debattiert. Nachdem 2011 Verkehrsexperte Steffen Bilger in Deutschland einen Vorstoß wagte, zieht nun Peter Kaiser, SPÖ-Vorsitzender in Kärnten (Österreich) nach und fordert: „Jedes Jahr passieren unzählige Unfälle aus Unachtsamkeit beim Hantieren mit Zigaretten, Pfeifen oder Zigarren. Dem nicht genug, sind mitfahrende Personen, insbesondere wehrlose Kinder, dem schädlichen Passivrauch ausgesetzt".

Folglich bedürfe es nach Ansicht des SPÖ-Politikers nach dem Vorbild anderer Länder eines Gesetzes, den Tabakkonsum aus dem Auto gänzlich verbannt - unabhängig von Zahl oder Alter der Insassen. Ob das Auto-Rauchverbot in Deutschland oder Österreich durchgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten. Die Studie der schottischen Wissenschaftler dürfte die Diskussion jedoch beflügeln.

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