Eine ganze  Stadt  wird rauchfrei – kann das gelingen?

Eine ganze Stadt wird rauchfrei – kann das gelingen?

Vor ein paar Jahren hatte der niederländische Suchtmediziner Robert van de Graaf aus Groningen eine Idee: „Wenn wir es schaffen, das Rauchen aus der Stadt zu verbannen, wird die nächste Generation rauchfrei aufwachsen – und kommt dann gar nicht erst auf den Gedanken, selber zur Zigarette zu greifen.“ Klingt logisch, oder?

Aber wie bekommt man eine Stadt rauchfrei?

Als Einzelkämpfer bestimmt nicht. Deshalb hat sich Robert van de Graaf mit insgesamt 26 städtischen Organisationen zusammengetan (z. B. Krankenhäusern, Universitäten und Schulen). Gemeinsam wurde überlegt.... Rauchverbote, wie im Rest des Landes auch, gab es schon. So darf zum Beispiel schon seit längerer Zeit, ähnlich wie bei uns, in öffentlichen Gebäuden, in Gaststätten und am Arbeitsplatz nicht mehr geraucht werden. „Wir müssen darüber hinaus gehen, um unser ehrgeiziges Ziel zu erreichen“, sagten sich die Organisationen und kamen auf einen Plan, der vor kurzem auch mehrheitlich vom Stadtrat beschlossen wurde.

Kampagne - „Rauchfreie Generation“

Groninger Bürgerinnen und Bürger, die bereits rauchen, sollen verstärkt Ausstiegsangebote bzw. Rauchstoppkurse angeboten werden, zum Beispiel in Unternehmen. Außerdem sind überall in der Stadt Plakate zu sehen, die für die „Rauchfreie Generation“ werben. Ziel der Kampagne: (Vor allem) Jugendliche und junge Erwachsene sollen gar nicht erst mit dem Rauchen beginnen.

Rauchfreies Gelände

Zusätzlich zu dem Rauchverbot in den Gebäuden von Krankenhäusern und Universitäten in Groningen wurden auf dem Gelände um diese Institutionen herum Schilder angebracht, die informieren: „Dieses Gelände ist rauchfrei“. Bei 26 städtischen Organisationen herrscht ein Rauchverbot auch auf dem Grundstück.

Und jetzt kommt das Besondere: Groningen erlaubt diesen Organisationen, das Rauchverbot auf den angrenzenden öffentlichen Raum zu erweitern. So kann also beispielsweise eine Uni den Platz vor dem Universitätsgebäude ebenfalls als rauchfrei erklären. Auf diese Weise könnten also immer mehr Flächen der Stadt rauchfrei werden. 

Groningen setzt auf Vorbildwirkung

Eines ist Robert van de Graaf jedoch wichtig: Für das Rauchen soll niemand bestraft werden. Offenbar soll es auch keine Bußgelder geben, wenn jemand auf einem rauchfreien Gelände doch zur Zigarette greift. Van de Graaf setzt stattdessen auf die Vorbildwirkung – und auf das Gespräch: Raucherinnen und Rauchern sollten – seiner Meinung nach – auf das Thema angesprochen werden und vor allem: „Kinder vor dem Rauchen geschützt werden“.

 

Fazit: Von heute auf morgen wird eine gesamte Stadt sicherlich nicht rauchfrei. Das ist auch den Verantwortlichen in Groningen klar. So ist auf den Materialien der Kampagne öfters zu lesen: „Auf dem Weg zu einer rauchfreien Generation“. Auch wenn dies ein längerer Weg wird: Die ersten Schritte sind getan.

Update: Im Juni wurde die erste rauchfreie Zone der Niederlande im öffentlichen Raum eingerichtet: eine Zone vor einem großen Krankenhaus in Groningen. 

Ob das Vorhaben „Rauchfreies Groningen“ gelingen wird? Wir bleiben dran an dem Thema und informieren euch, wenn es interessante Neuigkeiten aus Groningen oder anderswo auf der Welt gibt. 

     
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Autoren und Quellangaben

Letzte Aktualisierung am: 01.07.2019

 

Autoren: Peter Spahlinger & Dr. Sandra Herrmann

 

Quellen:

  • Hetzel, H. 2019. Groningen will rauchfrei werden - als erste Stadt der Welt. Hannoversche Allgemeine . Online unter: www.haz.de will-rauchfrei-werden-als-erste-Stadt-der-Welt [Stand: 26.06.2019].
  • Hufschlag, I. 2019. Groningen will zur rauchfreien Stadt werden. Welt . Online unter: www.welt.de Nichtraucher-Stadt-werden.html [Stand: 26.06.2019].
  • o. A. 2019. Groningen heeft nu officieel de eerste rookvrije zone van Nederland. RTV NOORD. Online unter www.rtvnoord.nl de-eerste-rookvrije-zone-van-Nederland [Stand: 26.06.2019].

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