„Ich paffe nur!“ -  was an dem Satz falsch ist

„Ich paffe nur!“ - was an dem Satz falsch ist

Neulich an der Bushaltestelle: Katha sieht ihre Freundin Lisa mit einer Zigarette in der Hand. „Wie, du rauchst?“. „Ne, ich paffe nur, ich rauche nicht auf Lunge“, entgegnet Lisa – und meint damit, dass sie den Rauch in den Mund zieht und dann wieder auspustet.

 

Die „Logik“ des Paffens

Wenn der Rauch gar nicht bis in die Lunge vordringt, kann er auch nicht so schädlich sein – so die „Logik" des Paffens. Damit liegen Lisa und alle anderen, die so denken – jedoch völlig daneben. Von wegen „nur paffen“: Auch Paffen ist schädlich für die Gesundheit.

Auch beim Paffen kommen die Rauch-Schadstoffe bis ins Blut

Den Rauch direkt wieder auspusten um dadurch die Lunge zu verschonen: Theoretisch lässt sich nachvollziehen, wie jemand auf die Idee kommen kann, die Lunge beim Rauchen „umgehen“ zu wollen – indem er oder sie nicht „auf Lunge raucht“, sondern pafft. Schließlich wird die Lunge durch den Rauch besonders stark angegriffen. Man denke nur an Lungenkrebs oder den sogenannten „Raucherhusten“ (hinter dem oft die Erkrankung COPD steckt.

Ein Problem dabei: Der Tabakrauch richtet schon im Mund großen Schaden an. Die Zähne und die Schleimhaut im Mund werden angegriffen. Über die Mundschleimhaut gelangen die Schadstoffe des Tabakrauchs auch in den Blutkreislauf – und werden dann im ganzen Körper verteilt. Und nicht nur das: Die Blutgefäße selber werden auch angegriffen. Sie können verhärten und verstopfen. Dadurch steigt das Risiko für Herzkrankheiten. Zudem enthält Tabakrauch ja bekanntlich krebserregende Substanzen. Wenn der Rauch nun längere Zeit im Mundraum gehalten wird, steigt dadurch das Risiko für Krebs in genau diesem Bereich: in der Mundhöhle und im Rachen.

Und: Mit den Schadstoffen des Tabaksrauchs gelangt auch Nikotin in den Blutkreislauf – die Substanz, die dafür verantwortlich ist, dass Rauchen abhängig macht.

Auch der aufsteigende Qualm schadet

Von der glimmenden Zigarette an sich steigt ein Rauch auf, der dann, wenn er zum Beispiel durch die Nase oder den Mund eingeatmet wird auch die Lunge erreichen kann. Damit ist der Versuch, durch das Paffen die Lunge „außen vor zu lassen“: gescheitert.

Übrigens nicht ausschließlich die eigene Lunge: Menschen, die sich in der Nähe aufhalten, sind ebenfalls betroffen: durch Passivrauchen.

Fazit

Keine Entwarnung: Auch Paffen ist schädlich.

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Autoren und Quellangaben

Letzte Aktualisierung am: 29.07.2019

Autoren: Peter Spahlinger & Dr. Sandra Herrmann

Literatur:

  • Deutsches Krebsforschungszentrum, Bundeszahnärztekammer (Hrsg.) 2010. Rauchen und Mundgesundheit. Erkrankungen des Zahn-, Mund und Kieferbereiches und Interventionsstrategien für Zahnärzte. Heidelberg.
  • Hackshaw A, Morris J K, Boniface S, Tang J L, Milenković D. 2018. Low cigarette consumption and risk of coronary heart disease and stroke: meta-analysis of 141 cohort studies in 55 study reports BMJ 2018 360 :j5855.

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