Kinderarbeit auf Tabakplantagen

Kinderarbeit auf Tabakplantagen

Diese Zahl macht fassungslos: Weltweit müssen 152 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren unter Bedingungen arbeiten, die „ihre Entwicklung, ihre Bildung und ihre Gesundheit gefährden“. Darüber informiert die Hilfsorganisation Unicef. 152 Millionen – das ist mehr als die gesamte (junge und alte) Bevölkerung von Deutschland und Frankreich zusammen.

Unmenschliche Arbeitsbedingungen beim Tabakanbau

Ein Teil dieser Kinder arbeitet auf Tabakplantagen, zum Beispiel in afrikanischen und südamerikanischen Ländern. Sie verrichten dort über viele Stunden schwerste körperliche Arbeit und kommen dabei mit Pestiziden (Schädlingsbekämpfungsmitteln) und mit dem Nikotin aus der Tabakpflanze in Berührung. Dadurch können sie eine Tabakvergiftung erleiden, die Folgen sind unter anderem Kopfschmerzen und Übelkeit. Weil die Kinder mit scharfen Werkzeugen arbeiten müssen, besteht für sie außerdem ständige Verletzungsgefahr. Nach der Ernte werden die Tabakblätter in speziellen Öfen getrocknet. Den Rauch, der aus diesen Öfen entweicht, bekommen die Kinder ebenfalls ab.   
Viele dieser Kinder gehen nicht zur Schule, weil ihre Eltern sich das Schulgeld nicht leisten können und weil die Familie auf das Einkommen, das die Kinder erwirtschaften, nicht verzichten kann. Ein Teufelskreis: Ohne schulische Bildung werden diese Kinder später vermutlich ebenfalls so wenig Geld verdienen, dass auch ihre Kinder auf Tabakplantagen arbeiten müssen.

Rauchen: Von Anfang bis Ende schädlich

Wenn in Deutschland darüber gesprochen wird, wie schädlich das Rauchen ist, geht es meist um die vielen Krankheiten, die Tabakkonsum verursachen oder verschlimmern kann.  Dass aber schon ganz zu Beginn der Zigaretten-Produktion Menschen leiden müssen, gerät schnell in Vergessenheit.

Schlechte Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit findet man aber natürlich nicht nur auf Tabakplantagen sondern auch in vielen andere Bereichen wie z.B. in der Kleidungsproduktion oder beim Abbau von Materialien, welche für die Produktion von Smartphones benötigt werden.

Um immer wieder an das Thema Kinderarbeit zu erinnern, gibt es den Welttag gegen Kinderarbeit (12. Juni). In diesem Jahr wiesen die Hilfsorganisation Unicef und die Internationale Arbeitsorganisation ILO an diesem Tag darauf hin, dass es in den vergangenen 20 Jahren gelungen ist, die Zahl arbeitender Kinder um ganze 94 Millionen zu verringern. Durch die Corona-Pandemie befürchten die Organisationen jedoch nun, dass die Kinderarbeit in den nächsten Jahren wieder zunehmen könnte – weil die Armut steigt und viele Familien stärker darauf angewiesen sein könnten, dass ihre Kinder arbeiten. Damit es nicht dazu kommt, fordern sie unter anderem die Abschaffung von Schulgebühren.

Was kann man selbst gegen Kinderarbeit tun?    

Natürlich kann man sich in der Freizeit bei verschiedenen Organisationen gegen Kinderarbeit engagieren. Man kann es außerdem vermeiden, Produkte zu kaufen, bei denen man sich nicht sicher ist, ob die vielleicht unter schwierigen Arbeitsbedingungen oder Kinderarbeit entstanden sind. Das sind natürlich oft die Produkte, die besonders günstig sind wie zum Beispiel das T-Shirt für 5 Euro. Auf der Seite Aktiv gegen Kinderarbeit findet ihr Siegel, die euch bei Produkten anzeigen, ob diese zum Beispiel ohne Kinderarbeit entstanden sind. Beim Thema Tabak ist die Sache relativ klar: Wer raucht unterstützt indirekt Kinderarbeit und schlechte Arbeitsbedingungen und schadet außerdem der eigenen Gesundheit.

Informationen über Kinderrechte und Hilfen für Kinder auf der ganzen Welt findet ihr auf der Webseite der Unicef. Die Unicef ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.  

 

     
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