Rätsel: Wie kommt der Rauch in die Uni?

Rätsel: Wie kommt der Rauch in die Uni?

Ein amerikanisches Forschungsteam steht vor einem Rätsel: Sie hatten den Hörsaal einer Universität auf Schadstoffe in der Luft untersucht und sind dabei auch auf Rückstände von Tabakrauch gestoßen. In Räumen, in denen – zumindest ab und an – geraucht wird, ist das zu erwarten, da sich Rückstände von Tabakrauch oft auf Möbeln oder in den Wänden finden lassen. In diesem Fall handelte es sich jedoch um einen Saal, in dem schon viele Jahre nicht mehr geraucht werden durfte.

Reste von Rauch im Hörsaal

Wie sind die Reste vom Tabakrauch also hier hin gelangt? Hatten Studentinnen und Studenten oder Beschäftigte der Universität etwa doch heimlich dort geraucht? Das ist eher unwahrscheinlich, denn Zigarettenrauch in einem eigentlich rauchfreien Gebäude fällt ziemlich schnell auf. Außerdem dürften sich bei aufsteigendem Qualm die Rauchmelder bemerkbar gemacht haben. Wie also kamen die Bestandteile des Tabakrauchs in den Saal, in dem das Rauchen – übrigens schon seit mehr als 20 Jahren – verboten ist?

Waren es Rückstände von früher, da sich der kalte Rauch im Raum abgelagert hat? Wie das passiert könnt ihr unter folgendem Link nachlesen.

 

Der Weg des Rauchs in das Gebäude

Um es gleich vorwegzunehmen: Das Forschungsteam hat diese Frage nicht eindeutig klären können. Interessant sind aber die verschiedenen möglichen Erklärungen für die Tabakrauch-Spuren in dem Raum. Denn diese zeigen, dass das Thema Giftstoffe im Tabakrauch" sich noch längst nicht erledigt hat, nachdem die Zigarette ausgedrückt wurde.

So lautet eine Theorie der Studienverantwortlichen, dass auf einem Balkon der Universität geraucht wird und der Rauch dann über eine Lüftungsanlage (die Luft von außen aufnimmt) im ganzen Gebäude verteilt wird. Die kleinen Bestandteile des Rauchs – die Fachleute sprechen auch von Feinstaub – lagern sich dann auf Oberflächen ab, zum Beispiel auf Tischen oder Stühlen oder an Wänden. Dort können sie wiederum mit anderen chemischen Stoffen reagieren – das passiert zum Beispiel, wenn die Oberflächen berührt werden oder in Kontakt mit menschlichem Atem kommen. Dann können daraus wieder gasförmige Stoffe werden, die sich mit der Umgebungsluft vermischen – und dann auch wieder eingeatmet werden können.

Drei Kontaktwege für Tabakrauch

Menschen können also auf drei verschiedene Arten mit Tabakrauch in Berührung kommen:

- indem sie selber rauchen

- wenn sie sich in der Nähe eines Rauchers oder einer Raucherin aufhalten (Passivrauchen)

- durch das Einatmen von Rauch-Rückständen aus der Luft (übrigens auch Dritthandrauch" oder kalter Rauch" genannt)

Während bei den beiden zuerst genannten Formen das hohe Risiko für die Gesundheit ganz klar belegt ist, weiß man über die möglichen Schäden durch den Dritthandrauch noch zu wenig. Es ist aber denkbar, dass die kalten Rückstände" des Tabakrauchs ebenfalls ein hohes Gesundheitsrisiko darstellen. Darauf deuten Versuche mit Mäusen hin. Um eindeutigere Aussagen treffen zu können, müssen aber noch weitere Studien durchgeführt werden.

Ungelöstes Rätsel

Eine weitere Möglichkeit, wie die Rauch-Reste in den Hörsaal gelangt sein könnten: Studierende und Beschäftigte der Uni haben sie mit ihrer Kleidung eingeschleppt". Oder einige von ihnen haben vor dem Betreten des Gebäudes noch geraucht und die Rauch-Bestandteile dann nun über ihren Atem in die Hörsäle transportiert.

Wir werden das Rätsel an dieser Stelle nicht lösen können. Das Thema Dritthandrauch wird uns in der Zukunft jedoch bestimmt noch häufiger begegnen. Wenn es wieder interessante Studien dazu gibt, werden wir euch an dieser Stelle davon berichten.

     
Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Related: