Rauchstopp: aufhören so nebenbei?

Rauchstopp: aufhören so nebenbei?

Einige von euch haben es bestimmt schon gelesen: Ed Sheeran hat mit dem Rauchen aufgehört. Inzwischen ist er schon seit einem Jahr rauchfrei. Auf Instagram schrieb er dazu kürzlich: „Ich feiere heute, dass ich ein Jahr Nichtraucher bin“. Fans und Follower gratulierten und freuten sich mit dem Sänger. Zehn Jahre lang hatte Ed Sheeran zuvor geraucht. In dieser Zeit hat er immer mal wieder versucht, damit aufzuhören – vor einem Jahr hat es dann endlich geklappt. Mehrere erfolglose Versuche, obwohl man aufhören möchte: Das zeigt, wie abhängig das Rauchen machen kann!

Rauchstopp nicht auf die leichte Schulter nehmen

Wenn jemand sagt „Ich kann jederzeit mit dem Rauchen aufhören, wenn ich nur will“, sind durchaus Zweifel angebracht. Denn: Den Rauchstopp zu wollen, ist zwar eine wichtige Voraussetzung dafür, es auch zu schaffen. Jedoch: Einige von denen, die glauben, man müsse es „nur wollen“ und dann sei es ganz einfach, nicht mehr zu rauchen, erleben bei ihrer Tabakentwöhnung eine unliebsame Überraschung. Das mitunter starke Verlangen nach der Zigarette, das in den Tagen und Wochen nach dem Rauchstopp jederzeit und ohne Ankündigung auftreten kann, trifft sie dann nämlich ziemlich unvorbereitet.

Gier nach der Zigarette ist ein Zeichen für Sucht

Viele denken in solchen Momenten, in denen sie – nach dem Rauchstopp – die Lust auf eine Zigarette verspüren, dass sie „noch nicht so weit“ seien, eine Tabakentwöhnung zu schaffen. Oder sie erklären sich das Verlangen nach dem Rauchen damit, dass sie offenbar doch noch nicht aufhören wollen. Nach dem Motto: „Wenn ich wirklich nicht mehr rauchen möchte, warum habe ich dann Lust auf eine Zigarette?“. Dabei ist es in der Phase der Tabakentwöhnung ganz und gar nicht ungewöhnlich, „gierig“ nach einer Zigarette zu sein. Ein starkes Rauchverlangen ist in erster Linie ein Zeichen dafür, wie stark die Gewöhnung an die Zigarette war bzw. ist. Man könnte auch sagen: wie abhängig jemand war (oder ist).

Wie lange dauert die Überwindung der Sucht?

In einer Straßenumfrage haben wir euch vor einiger Zeit gefragt, was ihr Fachleute zum Thema Rauchen fragen würdet. Das Thema Sucht kam dabei natürlich auch vor. Gefragt wurde zum Beispiel, wie lange man braucht, um eine Zigarettensucht zu überwinden.

Diese Frage lässt sich so allgemein leider nicht beantworten. So kommt es zum Beispiel darauf an, wie lange jemand zuvor geraucht hat und wie viel. Außerdem ist entscheidend, wie gut man es schafft, nach dem Rauchstopp seine täglichen Gewohnheiten umzustellen. Denn eine ganze Reihe davon hängen mit dem Rauchen zusammen. So zünden beispielsweise viele Raucherinnen und Raucher nach dem Essen eine Zigarette an, außerdem in der Arbeitspause oder bei längeren Telefonaten. Während der Tabakentwöhnung meldet sich das Verlangen nach der Zigarette dann meist in genau diesen Situationen. Man könnte fast sagen, die Leute sind darauf „programmiert“, zu diesen Zeitpunkten zu rauchen. Nach dem Rauchstopp geht es dann darum, sein Leben wieder umzuprogrammieren (nach dem Essen also etwas anderes zu machen und Pausen genussvoll und tabakfrei zu gestalten etc.).

Wer seinen Tagesablauf erfolgreich umstellt, verspürt in der Regel weniger Lust auf die Zigarette und überwindet die Sucht damit auch leichter und schneller. Man hat also durchaus auch Einfluss auf den Verlauf der Tabakentwöhnung. Das bringt uns zu der zweiten Frage, die ihr einem Experten oder einer Expertin zum Thema Sucht stellen würdet, nämlich: „Welche Tipps und Tricks gibt es, um Entzugserscheinungen zu mildern und zu überwinden?“.

Tipps gegen Entzugserscheinungen

Zunächst einmal treten gar nicht bei allen Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, auch tatsächlich Entzugssymptome wie etwa Schwitzen, schlechte Laune oder Konzentrationsschwierigkeiten auf. Und jene, die damit zu kämpfen haben, können etwas dagegen unternehmen. Die beiden wichtigsten Stichworte lauten hier: Bewegung und Entspannung. Wer regelmäßig Sport macht oder zumindest körperlich aktiv ist (dazu gehören auch schnelles Gehen oder Tanzen), hat damit schon einiges getan, um Entzugserscheinungen in Schach zu halten. Und dann natürlich Entspannung: Einige Menschen sind in den ersten Tagen und Wochen nach ihrem Rauchstopp genervter als sonst und gehen schnell andie Decke, wenn sie etwas ärgert. Als Raucherin oder Raucher würden sie sich in solchen Momenten eine Zigarette anzünden – was jetzt natürlich nicht mehr geht. Stattdessen helfen regelmäßige Auszeiten und mehr Ruhe als sonst. Immer mal wieder eine Pause einzulegen, senkt nicht nur den Stresslevel, sondern auch die Lust auf das Rauchen.

Fazit: Die Erfahrungen ehemaliger Raucherinnen und Raucher, wie zum Beispiel Ed Sheeran, zeigen, dass ein Rauchstopp gelingen kann und dass es sich lohnt, die Zigarette ein für alle Mal auszudrücken.

 

Quelle: www.spiegel.de

     
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