Sommer, Sonne - Shisha?

Sommer, Sonne - Shisha?

Im Sommer sieht man sie wieder häufiger, zum Beispiel im Park. Und wenn man ihnen etwas näher kommt, riecht man sie auch: Wasserpfeifen, auch Shishas genannt. Ein harmloses Freizeitvergnügen? Ganz und gar nicht. Wir klären die fünf wichtigsten Fragen zum Thema Shisha.

Nichts als Pfirsich-Dampf? Das ist wirklich drin im Shisha-Rauch

Was nach Fruchtaroma oder Kakao riecht, kann doch gar nicht so schädlich sein: Dieser Gedanke ist erst einmal naheliegend. Denn vieles, was süß ist, erinnert uns an unsere Kindheit und an – vergleichsweise harmlose – Naschereien oder manchmal sogar an Obst und Früchte. Der Rauch der Shisha hat es allerdings in sich: Die Liste der darin enthaltenen Giftstoffe ist lang und man trifft dort auf jede Menge gefährliche Substanzen, die auch im Rauch der Zigarette zu finden sind. Wie zum Beispiel: tabakspezifische Nitrosamine, Formaldehyd, Blei, Nickel, Benzol und noch viele mehr. Einige dieser Stoffe sind krebserregend.

Ein Zug an der Shisha dauert im Schnitt länger als der Zug an einer Zigarette: nämlich zwischen 2,4 und 3,9 Sekunden (bei der Zigarette zwischen 1,2 und 1,5 Sekunden). Wenn man dann noch bedenkt, dass bei vielen das Shisha-Rauchenzwischen 30 und 60 Minuten andauert, ziemlich viele Giftstoffe durch den Schlauch der Wasserpfeife gezogen werden. Auch das gefährliche Kohlenmonoxid wird durch das Einatmen des Shisha-Rauchs inhaliert und kann zu einer lebensbedrohlichen Kohlenmonoxid-Vergiftung führen.

Übrigens: Wenn Shishas ohne Kohle betrieben werden (zum Beispiel elektronisch oder mit sogenannten Shiazo- Steinen), treten einige der Schadstoffe zwar nicht auf, andere dagegen schon. Die unschädliche Shisha gibt es also nicht.

Weniger schädlich als die Zigarette? Nicht wirklich…

Wenn ihr euch auf unserer Seite schon einmal umgeschaut habt, werdet ihr bestimmten „typischen“ Krankheiten durch das Rauchen immer wieder begegnet sein, vor allem: Herzkrankheiten, Krebs und Lungenerkrankungen. Auch durch das Shisharauchen steigt das Risiko für diese Erkrankungen. Das halten Fachleute zumindest für sehr wahrscheinlich. Und wie bei der Zigarette gilt auch hier: Je mehr geraucht wird, desto größer werden diese Gesundheitsrisiken.

Abhängig von der Shisha? Das Suchtpotenzial der Wasserpfeife

Zigaretten machen abhängig. Das hat sich bei den meisten Menschen inzwischen herumgesprochen. Verantwortlich dafür ist das im Tabak enthaltene Nikotin. Und das steckt auch im Wasserpfeifentabak. Da liegt die Vermutung nahe, dass auch das Rauchen einer Shisha abhängig machen kann. Eine Studie zeigte, dass Jugendliche, die einmal pro Woche eine Wasserpfeife rauchten, Entzugssymptome zeigten. Und: Je häufiger jemand Shisha rauchte, desto stärker stieg sein oder ihr Risiko, eine Abhängigkeit zu entwickeln. Und auch das Risiko, dass man später einmal zur Zigarette greift, steigt durch den Konsum von Wasserpfeifen.

Mitrauchen kein Problem? Das weiß man über das Passivrauchen von Shishas

Die Schadstoffe aus dem Rauch der Wasserpfeife können von Anwesenden eingeatmet werden – besonders natürlich, wenn in geschlossenen Räumen geraucht wird. Man muss also nicht unbedingt selber am Shisha-Schlauch ziehen, um mit ihren Giftstoffen in Kontakt zu kommen. Bei der schon angesprochen Kohlenmonoxid-Vergiftung ist das besonders tragisch. Dann kann die bloße Anwesenheit beim Shisha-Rauchen richtig gefährlich werden.

Ab wann erlaubt? Das sagt das Gesetz zur Shisha

Diese Frage ist einfach und klar zu beantworten: Tabakwaren aller Art – und dazu gehört auch Wasserpfeifentabak – dürfen ab 18 Jahren erworben und in der Öffentlichkeit konsumiert werden. Für Jugendliche ist das Shisharauchen also verboten.

Fazit: Nicht alles was süß und aromatisch riecht und schmeckt, ist auch gleich ungefährlich. Das Rauchen einer Shisha schon gar nicht! Und mal ehrlich: Mit dem Geschmack echter Pfirsiche kann so ein künstliches Aroma doch sowieso nicht mithalten, oder?

     
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Autoren und Quellangaben

Letzte Aktualisierung am: 24.06.2019

Autoren: Peter Spahlinger & Dr. Sandra Herrmann

Quellen: 

  • Bahelah R, DiFranza JR, Ward KD, Eissenberg T, Fouad FM, Taleb ZB, Jaber R, Maziak W. 2017. Waterpipe smoking patterns and symptoms of nicotine dependence: the waterpipe dependence in Lebanese Youth Study. Addict Behav 74: 127–133es
  • Deutsches Krebsforschungszentrum (Hrsg.) Wasserpfeifen. Fakten zum Rauchen, Heidelberg, 2018
  • Soneji S, Sargent JD, Tanski SE, Primack BA 2015. Associations between initial water pipe tobacco smoking and snus use and subsequent cigarette smoking: results from a longitudinal study of US adolescents and young adults. JAMA Pediatr ; 169: 129–36
  • Watkins SL, Glantz SA, Chaffee BW 2018. Association of Noncigarette Tobacco Product Use With Future Cigarette Smoking Among Youth in the Population Assessment of Tobacco and Health (PATH) Study, 2013– 2015. JAMA Pediatr ; 172: 181–7

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