Rauchen ist schädlich für die Gesundheit, unmittelbar und auch später. Das weiß fast jeder. Doch welche konkreten Folgen du zu befürchten hast, erfährst du hier.
Im Tool „Dein Körper raucht mit“ zeigen wir dir, was das Rauchen alles bei dir anrichten kann:
Körper raucht mit
Dein Körper raucht mit: Venen
Giftstoffe schädigen Arterien und Venen:
Arterien sind die Blutgefäße, die das Blut vom Herzen weg transportieren. Venen transportieren es zum Herzen hin. Die Arterien von Raucherinnen und Rauchern verengen sich oft schon nach kurzer Zeit. Ganze Körperteile erhalten dadurch zu wenig Sauerstoff. Im schlimmsten Fall kann sogar Gewebe absterben. Speziell die geschädigten Venen von Raucherinnen und Rauchern können durch Thrombosen – das sind Pfropfen aus Blutgerinnsel – verschlossen werden.
Bei einer solchen venösen Thrombose spürst du erst einmal nur ziehende Schmerzen. Richtig gefährlich wird es, wenn aus der Thrombose eine Embolie wird, das heißt wenn sich das Blutgerinnsel löst und mit dem Blutstrom fortgeschwemmt wird.
Verstopft das Blutgerinnsel dann ein wichtiges Blutgefäß im Hirn oder in der Lunge, kann die ganze Sache schnell tödlich enden.
Dein Körper raucht mit: Gehirn
Tabak enthält Nikotin. Und das macht süchtig:
Täglich eine Zigarette reicht schon, um dich nach vier Wochen abhängig machen!
In nur sieben Sekunden gelangt das Nikotin von deiner Lunge ins Gehirn. Eine Stunde nach dem Rauchen einer Zigarette fällt der Nikotinspiegel im Blut auf ein Viertel ab: Dein Körper zeigt die ersten Entzugssymptome – ein Gefühl der Leere und Unruhe: Dein Körper will die nächste Zigarette.
Rauchen kann genauso stark abhängig machen wie Heroin! Außerdem ist das Rauchen eine der Hauptursachen für Schlaganfälle, die schwere Hirnschäden hervorrufen können. Fast jeder dritte Schlaganfall-Patient stirbt an den Folgen.
Dein Körper raucht mit: Auge
Das Auge leidet unter Tabakrauch:
Je mehr du rauchst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du eine Linsentrübung wie den "Grauen Star" bekommst.
Das Risiko, dass du irgendwann durch das Rauchen schlechter sehen kannst, oder sogar erblindest, ist 40 Prozent höher als bei Nichtrauchern. Und ja: Du hast richtig gehört – das kann bis zur vollständigen Erblindung führen!
Aber was haben Zigaretten mit den Augen zu tun? Zigarettenrauch verursacht diese Krankheit auf zwei Arten: Entweder reizt er die Augen von außen oder er verursacht, dass Schadstoffe in der Lunge bleiben, die dann über den Blutkreislauf in die Augen gelangen.
Dein Körper raucht mit: Bein
Giftst stört Durchblutung in Armen und Beinen:
Vor allem die Arterien sind bereits nach kurzer Zeit betroffen. Das sind die Blutgefäße, die das Blut vom Herz weg transportieren. Durch die zunehmende Arterienverkalkung – auch Arteriosklerose genannt – kommt es zu weiteren Verengungen und schließlich zum totalen Verschluss.
Besonders betroffen davon sind die menschlichen Extremitäten, also deine Arme und Beine. Die bekannteste Krankheitsform, speziell für Raucherinnen und Raucher, dürfte der arterielle Verschluss am Unterschenkel und Fuß sein. Du kennst das wahrscheinlich unter dem Begriff "Raucherbein". Ohne rechtzeitiges medizinisches Eingreifen stirbt dein Bein durch den Sauerstoffmangel langsam ab. Im schlimmsten Fall muss es sogar amputiert werden.
Dein Körper raucht mit: Mund
Genüssliches Zubeißen kann bald ein Ende haben:
Durch das Rauchen bekommst du nämlich nicht nur gelbe Zähne und einen unangenehmen Mundgeruch. Das biologische Gleichgewicht in deinem Mund gerät aus den Fugen – du bekommst mehr Zahnbelag, mehr Zahnstein und somit auch mehr Löcher in den Zähnen.
Doch nicht nur die Zähne sind betroffen: Dein Zahnfleisch und deine Kieferknochen könnten schwer beschädigt werden. Dein Zahnfleisch und dein Zahnbett werden durch den Rauch schlechter durchblutet, Bakterien können sich dadurch besser ansiedeln. Schwere Entzündungen und sogar Zahnausfall können die Folgen sein. Wenn du Pech hast, führt die vermehrte Zahnbelags- und Zahnsteinbildung zu Pilzinfektionen und Verhornungen an deiner Mundschleimhaut.
Es entsteht Mundhöhlenkrebs. Das kann tödlich enden!
Dein Körper raucht mit: Haut
Haut wird schlechter durchblutet:
Sie wirkt nicht nur grau – sie wird schneller alt: Die Wundheilung verzögert sich und außerdem verfärbt das Nikotin deine Finger gelb. Und Zigarettenrauch fördert entzündliche und allergische Hautveränderungen wie Akne oder Neurodermitis. Die Giftstoffe im Rauch lassen deine Haut vorzeitig altern.
Dein Hautbild verschlechtert sich zunehmend. Die Haut wird schneller runzlig, schimmert gelblich und wirkt zerknittert. Sie wird früher dünn und erneuert sich nicht mehr so gut. Auch Schuppenflechten treten bei Rauchenden häufiger auf.
Das ist eine chronisch entzündliche Hautkrankheit, die den ganzen Körper mit juckenden roten Flecken übersät. Und am erschreckendsten ist, dass sich das Risiko, dass du Hautkrebs bekommst, immens erhöht. Das kann lebensgefährlich werden.
Dein Körper raucht mit: Ohr
Du hörst schlecht? - könnte am Rauchen liegen!
Denn auch deinem Hörapparat tut der Qualm alles andere als gut! Die zahlreichen Giftstoffe im Zigarettenrauch verursachen Ablagerungen in den Blutgefäßen deiner Gehörgänge. Dadurch werden diese erheblich verengt.
Das Blut fließt nicht mehr so gut in dein Innenohr hinein und wieder hinaus! Ein früher Hörverlust – genau, du kannst dann gar nichts mehr hören – ist deshalb bei Raucherinnen und Rauchern viel wahrscheinlicher als bei Nichtrauchenden. Außerdem haben Raucherinnen und Raucher auch ein dreimal höheres Risiko, an einer schmerzhaften Mittelohr-Entzündung zu erkranken.
Dein Körper raucht mit: Lungen
Rauchen schadet deiner Lunge!
Die feinen Flimmerhärchen in deinen Atemwegen – die eigentliche für deren Reinigung verantwortlich sind – werden zerstört und können die Flut an eingeatmeten Giftstoffen nicht vollständig filtern. Die Schleimhaut in deinen Bronchien wird stark gereizt, Staub und Schleim sammeln sich in der Lunge an.
Die Folgen sind hartnäckiger Husten und zäher Auswurf. Die Luftwege verengen sich und du bekommst Atemnot. So entsteht übrigens auch Lungenkrebs, der bei Rauchenden 20 Mal häufiger auftritt als bei Nichtrauchenden. Lungenkrebs ist die häufigste Todesursache aufgrund des Rauchens. Eine weitere typische Lungen-Krankheit von Rauchern ist übrigens das Lungenemphysem, oder auch Lungenüberblähung genannt. Sie kann als Folge einer chronischen Bronchitis entstehen. Durch diese dauerhafte Überdehnung der Lungenflügel kannst du nicht mehr genug Sauerstoff aufnehmen. Normales Atmen wird für dich unmöglich.
Dein Körper raucht mit: Magen
Rauch verringert Widerstandskraft des Magens:
Dadurch wächst die Wahrscheinlichkeit, dass du Magengeschwüre bekommst. Und die sind wirklich schwer zu behandeln. Nichtrauchenden bekommen viel seltener diese Geschwüre.
Außerdem verliert dein Magen durch das Rauchen zunehmend seine Fähigkeit, die nach einem Essen freigesetzten Säuren abzubauen. Deine Magenschleimhäute werden angegriffen und können dadurch verletzt werden.
Dein Körper raucht mit: Sex
Rauchen schädigt die Geschlechtsorgane:
Bei Frauen erhöht der giftige Qualm das Risiko, dass sie Gebärmutterhalskrebs bekommen! Bei dieser Krebsart gilt es heute als wissenschaftlich gesichert, dass an ihrem Ausbruch bestimmte Untertypen einer Virusart beteiligt sind. Rauchen unterstützt die virenbedingte Tumorentstehung. In der Schleimhaut des Gebärmutterhalses von Raucherinnen lassen sich vermehrt krebserregende Stoffe aus dem Tabakrauch nachweisen. Dadurch steigt bei rauchenden Mädchen und Frauen das Risiko einer Gebärmutterhalskrebs-Erkrankung um 60 Prozent gegenüber Nichtraucherinnen. Rauchen in der Schwangerschaft ist extrem schädlich für das Kind und kann zu Fehlgeburten und Missbildungen führen.
Rauchen lässt deine Männlichkeit leiden. Der Zigarettenkonsum schädigt die feinen Blutgefäße, die für die Durchblutung des Penis sorgen. Das führt zu Erektionsstörungen. Und nicht nur das "Liebe machen" wird schwerer: Die Gifte im Rauch schaden auch den Spermien und sie vermindert außerdem die Spermienanzahl. Da die Spermienmenge die Zeugungsfähigkeit beeinflusst, ist auch die Impotenz-Rate bei rauchenden Männern höher als bei Nichtrauchern.
Dein Körper raucht mit: Knochen
Rauchen kann dir deine Knochen brechen!
Grund dafür ist das Kohlenmonoxid – eine giftige Gasverbindung, die beim Verbrennen von Tabak entsteht. Bei starken Rauchern kann das Kohlenmonoxid die Sauerstoff-Transportfähigkeit des Blutes um bis zu 15 Prozent senken.
Dadurch verlieren die Knochen zunehmend ihre Festigkeit. Sie brechen viel leichter und brauchen fast doppelt so lang um nach einer Verletzung wieder zu verheilen, als das bei Nichtrauchern der Fall ist. Das Ganze nennt man Knochenschwund oder auch Osteoporose.
Dein Körper raucht mit: Herz
Rauch schädigt dein Herz-Kreislauf-System:
Durch das Rauchen kann es bereits nach kurzer Zeit zu einer deutlichen Verengung, ja sogar zu einer totalen Verstopfung der Blutgefäße kommen. Das nennt der Fachmann Arteriosklerose. Dadurch werden ganze Körperteile nur noch unzureichend mit Sauerstoff versorgt.
Und ohne ausreichende Sauerstoffversorgung stirbt jedes Gewebe ab. Die Folge kann auch ein "Raucherbein" sein. Ist das Herz selbst betroffen, so führt das zum "Herzinfarkt": Dabei pumpt abgestorbenes Herzmuskelgewebe zu wenig Blut in lebenswichtige Organe. Es kann zum tödlichen Herzversagen kommen. Dem Herzinfarkt gehen oft Rhythmusstörungen, Atemnot, Schmerzen in der Brust und Bewusstlosigkeit voraus. Die Pumpfunktion des Herzens erlischt langsam.
Zigaretten haben einen starken Einfluss auf die Knochendichte.
Bereits bei 18- bis 20-jährigen Raucherinnen und Rauchern ist eine Schwächung der Knochen durch Nikotin festzustellen. Auch Passivrauchen vermindert die Knochendichte. Vermehrte Knochenbrüche können die Folge sein.
Frauen haben noch ein vierfach höheres Risiko als Männer: Aufgrund Ihres leichteren Knochenbaus können sie eher an Knochenschwund – auch Osteoporose genannt – erkranken. Nikotin beschleunigt diesen Prozess, da es das für den Knochenaufbau wichtige Kalzium dem Körper entzieht – es gilt deshalb neben Alkohol und Koffein als großer „Kalziumräuber“.
Tut eurem Körper lieber durch die richtige Ernährung etwas Gutes: Kalzium befindet sich vor allem in Milchprodukten, wie Quark, Käse und Joghurt sowie in Gemüse, z.B. Brokkoli und Fenchel.
90% aller Todesfälle sind durch Lungenkrebs auf das Rauchen zurückzuführen.
Alle acht Sekunden stirbt auf der Welt ein Mensch als Folge des Rauchens. In Deutschland sind das jeden Tag mehr als 300 Menschen.
Rauchen verursacht häufig fahle Haut und gelbe Zähne.
Die Haut von Rauchern ist schlechter durchblutet. Dadurch bekommt die Haut früher Falten und die Haut sieht blass und gräulich aus. Außerdem führt Rauchen nicht nur zu sichtbaren Zahnverfärbungen, sondern hat auch einen starken Einfluss auf das Zahnfleisch. Es verursacht den Verlust von Zahnfleisch und Knochensubstanz.
Der Körper Jugendlicher ist für Raucherschäden anfälliger als der von Erwachsenen.
Jugendliche Raucher häufiger leiden unter:
- erhöhten Pulsraten,
- geringem Durchhaltevermögen bei sportlichen Leistungen,
- niedrigerer Lungenkapazität und Kurzatmigkeit

Rauchen schwächt die Muskeln
Zigaretten haben einen großen Einfluss auf die Muskeln. Denn schon nach dem Rauchen von nur einer Zigarette nimmt die Muskelkraft bei Männern vorübergehend um rund 10% ab. Die Reaktionsfähigkeit verschlechtert sich ebenfalls merklich. Das hat folgenden Hintergrund: Beim Rauchen wird Kohlenmonoxid im Tabakrauch wirksam. Es verbindet sich im Körper mit den roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport zuständig sind. Durch diese Verbindung kommt es zum Sauerstoffmangel im Blut und die körperliche Leistungsfähigkeit wird somit unmittelbar gemindert.
Kippen stören das Sexleben
Rauchen kann den Blutfluss in die Genitalien vermindern. Bei längerem Zigarettenkonsum können die feinen Blutgefäße, die für die Durchblutung im Penis sorgen, geschädigt werden. Bei Männern erhöht sich das Risiko von Erektionsstörungen.

Rauchen und Pille
Wer die Pille nimmt, sollte nicht rauchen, weil durch die Kombination von Rauchen und Pille gefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen können.
Das heißt aber nicht, dass du dem Rauchen zuliebe die Pille absetzen sollst. Mit dem Rauchen kann man aufhören, aber mit den Konsequenzen einer ungewollten Schwangerschaft muss man sich lange Zeit auseinandersetzen.
Und wenn du irgendwann mal Kinder haben willst, solltest du auf jeden Fall mit dem Rauchen aufhören, weil du dann nicht nur dir, sondern auch deinem Baby schadest. Übrigens: Manche Leute erzählen von Ärzten, die schwangeren Raucherinnen den Rat geben, langsam aufzuhören, um das Kind keinen Entzugserscheinungen auszusetzen. Das ist nichts als ein gefährliches Gerücht.
Gefahren für Babies
- Säuglinge von rauchenden oder stark passiv rauchenden Müttern weisen ein signifikant geringeres Geburtsgewicht auf.
- Es treten häufiger Fehlgeburten und Missbildungen auf.
- Die Säuglingssterblichkeitsrate ist erhöht.
- Zwei Drittel aller Fälle von plötzlichem Kindstod könnten vermieden werden,wenn die Kinder nicht dem Passivrauch ausgesetzt würden.
Brustkrebsrisiko steigt bei Raucherinnen
Dass Rauchen Lungenkrebs verursacht, wissen die meisten Menschen. Aber Tabakkonsum ist auch für viele andere Krebsarten (mit-) verantwortlich, zum Beispiel Harnblasenkrebs oder Speiseröhrenkrebs.
Einen Zusammenhang zwischen dem Rauchen und einer Erkrankung an Brustkrebs haben Fachleute lange Zeit nur vermutet. Inzwischen gibt es aber einige Studien, die zeigen, dass Raucherinnen häufiger an Brustkrebs erkranken. In einer wissenschaftlichen Untersuchung aus Kanada hat man beispielsweise fast 90.000 Frauen über viele Jahre immer wieder befragt und untersucht. Das Ergebnis: Bei Raucherinnen trat Brustkrebs häufiger auf als bei Frauen, die nicht zur Zigarette griffen. Frauen, die sehr lange (über 40 Jahre) geraucht haben, hatten ein um 57 Prozent erhöhtes Brustkrebsrisiko.
Zwei wichtige Erkenntnisse brachten diese und andere Untersuchungen:
- Je länger eine Frau in ihrem Leben raucht, desto stärker steigt ihr Risiko für Brustkrebs.
- In jüngeren Jahren ist das Brustgewebe von Frauen offenbar noch empfindlicher gegenüber den krebserregenden Stoffen aus dem Tabakrauch.
Die Empfehlung der Fachleute an alle Mädchen und Frauen: Am besten gar nicht erst mit dem Rauchen anfangen oder möglichst bald aufhören.
Tabakatlas Deutschland 2015, Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtzgemeinschaft, S. 25ff.
(Übersicht Tabakatlas 2015 hier)
Catsburg, C., Miller, A. B. and Rohan, T. E. (2015), Active cigarette smoking and risk of breast cancer. Int. J. Cancer, 136: 2204–2209. doi: 10.1002/ijc.29266.
Active smoking and risk of estrogen receptor positive and triple-negative breast cancer among women 20–44 years of age.” Masaaki Kawai, Kathleen E. Malone, Mei-Tzu C. Tang, and Christopher I. Li. CANCER; Published Online: February 10, 2014 (DOI:10.1002/cncr.28402).


