Abhängig von der Zigarette? Diese 6 Fakten solltest du kennen

Der Zug ist gerade erst zum Halten gekommen. Schon sieht man die ersten Fahrgäste, die es eilig haben, ihren Waggon zu verlassen. Einige müssen sich beeilen, um einen Anschluss zu bekommen, andere wollen nicht zu spät zu einem Termin erscheinen. Wiederum anderen geht es in diesem Moment nur um eines: ein paar Züge an der Zigarette zu nehmen. In der Bahn selber ist das Rauchen ja verboten. Während einer mehrstündigen – gezwungenermaßen rauchfreien – Zugfahrt kann deshalb bei so manchen Menschen die Gier auf das Rauchen so stark werden, dass sie es kaum abwarten können, wieder an der Zigarette zu ziehen. Einige zünden sich den Glimmstängel sogar schon im Gehen, auf dem Weg zur Raucherzone, an. Und wir können beobachten, was wir im Grunde alle wissen – und was auch auf Zigarettenschachteln zu lesen ist: Rauchen macht abhängig.

Jetzt Wissenslücken schließen

Auch wenn die allermeisten von euch schon mal etwas von „Tabakabhängigkeit“ gehört haben, gibt es bei dem Thema noch viele Wissenslücken. Vielen ist zum Beispiel nicht klar, warum Rauchen überhaupt abhängig machen kann und was Abhängigkeit genau bedeutet. Auch, dass Jugendliche besonders schnell abhängig werden können, wissen einige nicht. Hier sind die wichtigsten Fakten zum Thema „Abhängigkeit vom Rauchen“:

Fakt 1: „Bösewicht“ Nikotin

Die Hauptrolle bei der Entstehung einer Abhängigkeit vom Rauchen spielt das Nikotin. Der „Bösewicht“ ist also schnell gefunden. Das Nikotin ist bereits im Tabak enthalten, wird beim Verbrennen freigesetzt und gelangt dann durch das Einatmen auf schnellstem Wege ins Gehirn. Nach ungefähr 10 Sekunden ist es dort angekommen und kann seine Wirkung entfalten.

Fakt 2: Alarm: Mangelzustand

In der Regel wirkt Nikotin anregend, außerdem aktiviert es im Gehirn das sogenannte „Belohnungssystem“. Diese Aktivierung hat wiederum ein vermehrtes Wohlbefinden zur Folge. So kommt es zumindest bei dem rauchenden Menschen an. Fachleute gehen jedoch davon aus, dass diese Effekte kein eigentlicher „Gewinn“ sind. Denn in Wirklichkeit wird durch das Rauchen nur ein Mangelzustand ausgeglichen. Einige Zeit nach der letzten Zigarette sinkt im Blut eines Rauchers bzw. einer Raucherin der Nikotinspiegel. Das kann zu leichter Nervosität und innerer Unruhe führen. Wenn dann wieder geraucht wird, steigt der Nikotingehalt im Blut erneut an, die Unruhe verschwindet und das Wohlbefinden nimmt ebenfalls zu. Das Nikotin sorgt also für ein ziemliches „Auf und Ab“ – bringt aber in der Summe nichts. Das ist in etwa so, als ob jemand absichtlich erst etwas unordentlich macht, um danach aufzuräumen und sich dann über die neue Ordnung zu freuen.

Fakt 3: Der gemeine Kick

Das „gemeine“ daran: Das Gehirn registriert die positive Wirkung und will sie wiederholen. Jeder Zug ist ein kleiner Kick und wenn jemand zehn Mal an einer Zigarette zieht, sind das schon zehn Kicks. Raucht diese Person mehrere Zigaretten, steigt die Anzahl der Kicks natürlich noch. So kann eine Abhängigkeit beginnen – wenn man nicht rechtzeitig aufhört.

Fakt 4: Jugendliche sind gefährdet

Studien zeigen, dass Jugendliche sogar noch schneller vom Rauchen abhängig werden als Erwachsene. Schon nach wenigen Monaten zeigten sie ein (zum Teil starkes) Verlangen nach der Zigarette, ein paar Monate später traten Entzugserscheinungen auf, zum Beispiel wenn sie mal eine Pause machten oder aufhören wollten zu rauchen. Erwachsene gehen durch die gleichen Phasen, bei ihnen dauern sie jedoch etwas länger. Es kann also jeder und jede vom Rauchen abhängig werden. Und: Jugendliche sollten besonders aufpassen.

Fakt 5: Anzeichen einer Abhängigkeit

Einige der Symptome einer Abhängigkeit haben wir ja schon genannt: Entzugserscheinungen und das Verlangen nach der Zigarette. Ein weiteres typisches Zeichen ist die fehlende Kontrolle über das Rauchverhalten, zum Beispiel wenn jemand eigentlich „nur“ eine Zigarette rauchen möchte, es dann aber doch mehrere werden. Auch wenn jemand im Laufe der Zeit immer mehr raucht, ist das ein kritisches (Abhängigkeits-) Zeichen.

Fakt 6: Abhängigkeit vorbeugen – oder ihr entkommen

Die „schlechte“ Nachricht zuerst: Es gibt nur ein einziges Mittel, um einer Abhängigkeit vorzubeugen oder sich aus ihr zu befreien. Die gute Nachricht: Es ist klar belegt, dass dieses Mittel hilft und es haben auch schon viele Menschen erfolgreich ausprobiert. Es geht natürlich um den Rauchstopp.

Solltest du selber rauchen, haben wir eine weitere gute Nachricht für dich: Wir helfen dir beim Rauchstopp. Mehr Infos unter Werde rauchfrei.

 

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Batra, A.; Bilke-Hentsch, O. (2016): Praxisbuch Sucht: Therapie der Suchterkrankungen im Jugend- und Erwachsenenalter. Stuttgart: Thieme

Gervais, A., O’Loughlin, J., Meshefedjian, G., Bancej, C., Tremblay, M. (2006): Milestones in the natural course of onset of cigarette use among adolescents. Can Med Assoc J. 175:255–261

Kröger, C. B., & Lohmann, B. (2007): Tabakkonsum und Tabakabhängigkeit. Göttingen, Deutschland: Hogrefe Verlag.