Aufkleber mit Aufschrift "Plakatieren verboten" an Wand mit vielen Aufklebern.

anja treutinger / jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)

Bundesregierung beschließt weitreichendes Verbot von Tabakwerbung

Aus dem Fernsehen ist sie schon längst verbannt, nun geht's der Tabakwerbung auch im Kino an den Kragen – und im öffentlichen Raum.

Die Bundesregierung plant, die Werbung für Tabakprodukte weiter einzuschränken. „Für mich steht der gesundheitliche Verbraucherschutz von Kindern und Jugendlichen dabei im Vordergrund. Deshalb haben wir heute ein Verbot der Außenwerbung und der Kinowerbung für Tabakprodukte beschlossen“, erklärte Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU). „Das ist ein Meilenstein für den gesundheitlichen Verbraucherschutz und ergänzt die bisherigen Maßnahmen, wie das Abgabeverbot von E-Zigaretten und E-Shishas an Kinder und Jugendliche und die Schockbilder und Warnhinweise auf Zigarettenschachteln.“

Das Gesetz soll in Kürze im Bundestag behandelt werden, verkündete Schmidt.

Was genau steht im Gesetz?

Im Fernsehen, im Radio und auch in Zeitungen und Zeitschriften gilt es schon länger, das Tabakwerbeverbot. Im öffentlichen Raum hingegen ist Werbung für Zigaretten noch erlaubt – entsprechende Motive findet man auf Plakatwänden und Litfaßsäulen. Deutschland ist – neben Bulgarien – praktisch das einzige Land der EU, in dem das noch der Fall ist. Doch damit soll nun Schluss sein. Auch im Kino soll ein Werbeverbot gelten – jedenfalls bei allen Filmen, die für Zuschauer unter 18 Jahren freigegeben sind. Und das sind fast alle. Zigarettenwerbung verschwindet damit allerdings noch nicht völlig aus dem öffentlichen Raum, denn an Tabakläden bleibt sie erlaubt, in Kneipen und an Tankstellen ebenfalls. Das Werbeverbot gilt übrigens auch für E-Zigaretten.

Industrie beschwert sich

Obwohl das neue Gesetz erst 2020 in Kraft treten soll, ist die Tabakindustrie, wie nicht anders zu erwarten, wenig begeistert und kritisierte das Gesetz. 

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