Junge mit einem Post-it-Zettel "Bin im Urlaub" auf Hinterkopf

"Abwesenheitsnotiz." Tobias Mittmann / jugendfotos.de, CC-Lizenz(by) http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.de

Hirnrinde schrumpft schneller durch Rauchen

Unser Gehirn nimmt im Laufe des Lebens ab. Das ist ein normaler Prozess. Einer aktuellen Studie zufolge kann Rauchen diesen Prozess aber beschleunigen und die Wahrscheinlichkeit für eine spätere Demenzerkrankung erhöhen.

Eine Zigarette macht noch nicht dumm. Aber wer regelmäßig raucht, inhaliert immer wieder Giftstoffe, die langfristig dem Gehirn schaden. Es gibt eine Reihe von Studien, die zeigen, dass Rauchen mit einem erhöhten Demenzrisiko einhergeht, also zu einer erheblichen Intelligenzminderung führen kann. Schon im jugendlichen Gehirn wurden Veränderungen nachgewiesen, wenn Mädchen oder Jungen rauchen.

In einer aktuellen Studie konnte nun gezeigt werden, dass sich Rauchen im Laufe der Jahre auch messbar in der Dicke der Hirnrinde abzeichnet. Ein Forschungsteam hat 504 Personen im Alter von etwa 73 Jahren mit Hilfe der so genannten Magnetresonanztomographie untersucht, abgekürzt MRT. Ähnlich wie bei Röntgenaufnahmen können damit Bilder vom Körperinneren aufgenommen werden. Bei MRT-Aufnahmen wird jedoch anders als beim Röntgen auch weiches Gewebe wie das Gehirn sichtbar.

Gehirn braucht 25 Jahre, um sich zu erholen

Das Forschungsteam hat herausgefunden, dass die Hirnrinde umso dünner war, je mehr und je länger die Personen in ihrem Leben geraucht hatten. Durch den Rauchausstieg kann sich die Hirnrinde zwar wieder erholen. Allerdings scheint es den Ergebnissen zufolge durchschnittlich 25 Jahre zu dauern, bis die Hirnrinde nicht mehr dünner ist, als bei nichtrauchenden Personen.

Einschränkend muss erwähnt werden, dass die Studie nicht beweisen kann, dass Rauchen tatsächlich die Ursache ist. Intelligenzmessungen im Alter von 11 Jahren deuten darauf hin, dass eine niedrigere Intelligenz auch mit einem erhöhten Risiko für den Einstieg in das Rauchen verbunden ist. Eventuell sind also die „Startbedingungen“ bei Nichtrauchern und Rauchern nicht ganz vergleichbar.

Nie-Rauchen im Trend

Abgesehen davon ist aber erwiesen, dass Rauchen für eine Vielzahl von Krankheiten verantwortlich ist und jährlich Tausende von Menschen in Deutschland an den Folgen des Rauchens sterben. Die beste und einfachste Voraussetzung für ein gesundes und langes Leben ist daher, gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen oder möglichst schnell wieder damit aufzuhören. Für die meisten Jugendlichen ist das selbstverständlich, denn 79 Prozent der Jungen und Mädchen haben noch nie eine Zigarette angerührt.

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