Immer weniger Jugendliche in Deutschland rauchen

Nichtrauchen liegt im Trend. Wie die WHO ermittelte, sank der Gebrauch von Tabak in den vergangenen zehn Jahren beträchtlich. Regelmäßiges Rauchen kommt für die meisten Jugendlichen heute nicht mehr in Frage, so das Ergebnis der in der Fachzeitschrift „Das Gesundheitswesen“ (Ausgabe 74; Jahrgang 2012) veröffentlichten WHO-Studie.

Wie ihr Titel „Health Behaviour in School-aged Children“ (HSBC) besagt, liefert die Studie Daten zu Gesundheit und gesundheitsbezogenen Einstellungen und Verhaltensweisen von Schülerinnen und Schülern im Alter von 10 bis 16 Jahren. Auch deutsche Universitäten sind an der Auswertung beteiligt. Da die Studie seit mehr als 25 Jahren durchgeführt wird, können die Wissenschaftler erfreulicherweise verkünden, dass bei Teenagern immer weniger geraucht wird.

„Die Rate bei den 13-Jährigen reduzierte sich von 14,1 Prozent im Jahr 2002 auf drei Prozent im Jahr 2010“, so Professor Dr. Matthias Richter, Direktor des Instituts für Medizinische Soziologie an der Universität Halle. Besonders stark sei der Rückgang von 2002 auf 2006 gewesen: Anstatt 33 Prozent rauchten bei den 15-Jährigen vier Jahre später nur noch 14,9 Prozent. Der geschlechtsspezifische Unterschied zwischen Jungen und Mädchen sei dabei relativ gering.

„Unter Berücksichtigung dieser Daten kann mit Blick auf die vergangenen acht Jahre von einer Trendwende gesprochen werden. Die Einstellung gegenüber Rauchern und dem Rauchen ist gekippt“, schlussfolgert der Medizinsoziologe. Als Ursachen für das zunehmende Gesundheitsbewusstsein sieht der Wissenschaftler vor allem gesetzliche Nichtraucherschutz-Maßnahmen. Richter zufolge wird dem Thema Gesundheit heute aber auch in der Gesellschaft ein höherer Stellenwert zugeschrieben. Dies wirke sich unmittelbar auf die Heranwachsenden aus und fördere deren abweisende Haltung gegenüber Zigaretten.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellte in ihrer Drogenaffinitätsstudie eine ähnliche Entwicklung fest. Auch hier kommt man zu dem Schluss, dass Rauchen bei jungen Menschen schlichtweg out ist und als unattraktiv wahrgenommen wird.

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