Mädchen schreit.

"Crazyscream" Liv Stephan / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc-nd) http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de, http://www.jugendfotos.de/media/92696-crazyscream-

Schockbilder zeigen Wirkung

Schön ist was anderes. Aber das ist schließlich gewollt. Seit kurzem müssen alle Zigarettenpackungen großflächig mit abschreckenden Bildern versehen werden. Eine Studie zeigt, dass sie durchaus Wirkung zeigen.

Jede Zigarettenschachtel musste bisher mit Texten wie „Rauchen kann tödlich sein“ bedruckt sein. Derartige Warnhinweise sollen über die Gefahren des Rauchens informieren und Raucherinnen und Raucher zum Umdenken anregen. Doch mit dem Wissen ist das so eine Sache. Die meisten Menschen wissen auch, dass sie häufiger Sport treiben und weniger Chips vor dem Fernseher essen sollten. Aber Wissen ist das Eine und danach Handeln, naja, was anderes halt.

Seit dem 20. Mai müssen Tabakwaren zusätzlich abschreckende Bilder zeigen. Denn Bilder vermitteln nicht nur Informationen, sondern können auch Gefühle auslösen. Gefühle können wiederum unsere Einstellungen beeinflussen und über diesen Weg auch unser Verhalten. Beispielsweise meiden wir in der Regel Dinge, die Angst oder Ekel bei uns auslösen. Aber funktioniert das auch mit Schockfotos auf Zigaretten? Können Bilder von schwarzen Lungen oder vergammelten Zähnen tatsächlich zum Rauchausstieg motivieren?

Forschungsteam verteilt Zigaretten

Um Hinweise auf diese Frage zu bekommen, hat ein US-amerikanisches Forschungsteam ein vierwöchiges Experiment mit fast 300 Raucherinnen und Rauchern durchgeführt, die in drei Gruppen aufgeteilt wurden. Keiner der Teilnehmenden hatte den aktuellen Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören. Jede Gruppe bekam vier Wochen lang Zigaretten in speziell präparierten Schachteln. Eine Gruppe erhielt Packungen mit kurzen Warnhinweisen in Textform. Die Schachteln der zweiten und dritten Gruppe waren mit abschreckenden Bildern versehen. Die Bilder waren bei der zweiten Gruppe kombiniert mit kurzen und bei der dritten Gruppe mit längeren Warnhinweisen.

Wöchentlich wurden die Teilnehmenden zu Befragungen in das Testlabor einbestellt, um herauszufinden, wie die Warnhinweise wahrgenommen und erinnert werden. Am Ende des vierwöchigen Versuchs wurden die Testpersonen dazu befragt, ob sie inzwischen darüber nachdenken, mit dem Rauchen aufzuhören oder dies sogar konkret vorhaben.

Bilder erzeugen stärkere emotionale Reaktionen

Dabei zeigte sich, dass Zigarettenschachteln mit abschreckenden Bildern deutlich stärker emotionale Reaktionen hervorriefen als Packungen, auf denen nur Texthinweise aufgedruckt waren. Die Textbotschaften blieben auch länger in Erinnerung und wurden als glaubwürdiger wahrgenommen, wenn diese mit Bildern versehen waren. Der Wille zum Ausstieg war dann am stärksten ausgeprägt, wenn die Zigarettenschachteln abschreckende Bilder zeigten. Bilder mit ausführlichen Texthinweisen waren hingegen nicht wirksamer als Bilder mit kurzen Warnungen.

Nach Meinung des Forschungsteams können Bilder, die negative Gefühle auslösen, somit die „entscheidende Zutat“ sein, um die Einstellung zum Rauchen zu verändern und die Anzahl der Raucherinnen und Raucher in der Bevölkerung zu reduzieren.

Zur Umfrage des Monats: Glaubst du, Schockbilder auf Zigarettenschachteln verhindern, dass jemand mit dem Rauchen anfängt?



Quelle:

 

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben