Junge Frau mit braunem Haar steht draußen in einem dicken Wollpullover und lächelt in Kamera.

Emily Volbert / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz (by-nc)

Weniger anfällig für Erkältungen nach Rauchstopp

Winterzeit ist Erkältungszeit. Unser Immunsystem läuft auf Hochtouren, um Viren und Bakterien in Schach zu halten. Wer jetzt raucht, hat nicht nur ein höheres Risiko für eine Erkältung – sondern leidet im Falle des Falles auch vermehrt darunter.

Schleim ist wichtig. Zumindest in der Nase. Die Nasenschleimhaut bildet eine Schutzschicht vor eingeatmeten Fremdkörpern und Krankheitserregern. Wenn wir im Winter die Heizung aufdrehen, nimmt nicht nur die Luftfeuchtigkeit ab, auch die Nasenschleimhaut trocknet aus. Dadurch können sich Viren und Bakterien leichter einnisten und im Körper ausbreiten.

(Nicht nur) dann ist ein gutes Immunsystem wichtig. Raucherinnen und Raucher sind hier im Nachteil. Sie sind generell anfälliger für Infektionen. So enthält der Nasen-Rachenraum einer rauchenden Person weniger „gute“ Bakterien, die normalerweise helfen, „schlechte“ Bakterien zu verdrängen. Raucherinnen und Raucher haben dadurch ein erhöhtes Risiko für Infektionen der Atemwege. Das gilt übrigens auch für das Passivrauchen. So sind Kinder von rauchenden Eltern stärker von Atemwegserkrankungen betroffen.

Vorschlaghammer statt Fliegenklatsche

Und wenn Raucherinnen und Raucher an einer Virusinfektion erkranken, dann oft richtig. Ihr Immunsystem reagiert jedoch offenbar nicht – wie lange vermutet – zu schwach auf Krankheitserreger, sondern zu stark. „Es verhält sich so, als ob Raucher zu einem Vorschlaghammer anstelle einer Fliegenklatsche greifen, um das Insekt zu vertreiben“, erklärt Professor Jack Elias von der Yale School of Medicine.

Aufgrund der übermäßigen Reaktion des Immunsystems wird das Lungengewebe stärker angegriffen. Dadurch kann sich bei Raucherinnen und Rauchern schneller ein sogenanntes Emphysem bilden. Das ist eine schwere Lungenerkrankung, bei der die Lungenbläschen teilweise zerstört werden, so dass sich der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid verschlechtert. 

Was gegen Erkältungen hilft

Der Rauchausstieg ist daher eine wichtig Maßnahme, um die körpereigene Abwehr zu verbessern. Auf rauchfrei findest du jede Menge Tipps, wie du mit dem Rauchen aufhören kannst. Über 18-Jährige können auch das Ausstiegsprogramm auf rauchfrei-info.de nutzen. 

Wer sich im Winter gegen Erkältungen und Co. schützen will, kann aber noch mehr tun. So kannst du öfter mal an die frische Luft gehen und dich bewegen. Das bringt nicht nur den Kreislauf in Schwung, sondern aktiviert auch die Schleimhäute. Ausreichend Schlaf und Phasen der Entspannung sind ebenfalls wichtig, da unser Immunsystem unter Stress stark beansprucht wird. Und mit einer gesunden Ernährung, die viel Obst und Gemüse enthält, sorgst du dafür, dass dein Körper mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt wird, die er für ein stabiles Immunsystem benötigt.

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